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Ellenbogen (Berg)
 
 Beschreibung

DIE LAGE

Der nördlichste Ausläufer der Langen Rhön, der 814 Meter hohe Ellenbogen, wird eingerahmt von den Gemeinden Oberweid, Erbenhausen und Frankenheim. Er ist, heißt es, gleichzeitig der höchste Berg der thüringischen Rhön. Er bietet eine wunderbare Aussicht ins Ulstertal.

DIE GESCHICHTE

Die großen Blockstreu-Steine der Eiszeit sind noch allgegenwärtig. Kaum noch zu sehen sind dagegen die Überreste des „Saukelhofs“, der in der Nazizeit als Paradebeispiel innovativer Landwirtschaft galt.
Zu DDR-Zeiten wurde der Hof wegen seiner Grenznähe geschleift. Ein gutes Ende hat dagegen die Geschichte des „Eisenacher Rhönklubhauses“ gefunden.
In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde vom Rhönklub Zweigverein auf dem Ellenbogen das „Eisenacher Haus“ als Herberge errichtet.
Nach Kriegsende erfolgte die Enteignung und es diente von 1948 bis 1962 als Ferienhaus für den FDGB und Zoll. In den Jahren 1963 bis 1990 wurde das Objekt als militärische Einrichtung von den Russen und der Staatssicherheit genutzt.
Nach 1990 wurde der Berggasthof saniert und das Stasigebäude zum Seminarhotel umgebaut. Das Berghotel hat sich heute als Tagungshaus und Komforthotel einen Namen gemacht.

BESONDERHEITEN

Am Westhang lockt die idyllische Gastwirtschaft „Thüringer Rhönhäuschen“ mit gebietstypischen Rhöner Produkten und gastfreundlich gestalteten Anlagen, u.a. einem kleinen Tierpark.
Das Objekt wurde in den 20iger Jahren als Jugendherberge errichtet und Anfang 1930 vom freiwilligen Arbeitsdienst übernommen. Als Arbeitsdienstlager und Ausbildungslager umfasste das Objekt 14 Baracken und bestand bis Kriegsende.
Ab 1947 wurde es vielfach genutzt: als Schankwirtschaft, als Jugendherberge der FDJ und als Lager der Grenzpolizei. Vom gesamten Objekt steht heute nur noch das Gebäude des Rhönhauses.

ANEKDOTEN

Ob der Ellenbogen wirklich der höchste Berg der thüringischen Rhön ist, wird jedoch hier und da bezweifelt. Kritiker betonen, dass die namenlose Erhebung an der Straße hinter dem Ort Frankenheim in Richtung des Ellenbogen-Gipfels auf entsprechenden Karten mit 816 Metern angegeben sei – immerhin zwei Meter mehr als der Ellenbogen selbst. Andere Karten dagegen halten sich bedeckt und geben beide Erhebungen mit 813 Metern an.

BEDEUTUNG FÜR DEN TOURISMUS

Auf dem Berg laden alle Himmelsrichtungen zur Wanderung ein. Über den Stellberg und Melpers oder über Frankenheim und Leubach kommt man beispielsweise ins bayerische Fladungen. Ins hessische Ulstertal führt der Weg über das Rhönhäuschen nach Hilders oder über Frankenheim und Birx nach Seiferts und weiter nach Tann. Das thüringische Feldatal lockt mit Wanderungen über Kaltenwestheim oder Kaltensundheim nach Kaltennordheim. Reichenhausen, Erbenhausen und Schafhausen streift man auf dem Weg ins Herpftal in Richtung Meiningen. Der Rhön-Höhenweg mit dem roten offenen Tropfen als Markierung des Rhönklubs führt vom Schwarzen Moor über den Ellenbogen zum Weidberg. Reizvoll ist auch der Hauptwanderweg 3, gekennzeichnet mit dem vollen, roten Dreieck, von Batten über den Ellenbogen nach Meiningen. Eine gemütliche viereinhalb Kilometer lange Wanderung bietet der Wald-Naturlehrpfad. Er beginnt am Eisenacher Haus und führt Richtung Rhönhäuschen entlang der Pumpstation. Danach geht es den Lagerweg hinunter, durch den Rhönwald zum Ellenbogen zurück. Rund 20 Infotafeln geben Auskunft über Natur- oder Kulturgeschichte sowie den Lebensraum von Pflanzen und Tieren.
Sichere Schneeverhältnisse an weiten Hängen sowie malerische Loipen haben den Ellenbogen zu einem beliebten Skigebiet werden lassen.
Aber auch ohne die weiße Pracht ist der Berg einen Besuch wert. Reich blühende Wiesen, überschaubare Wälder und herrliche Ausblicke.

ANJA DAUME
 AutorIn Frau Gerber
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Orte (www.rhoen.de)
Erbenhausen
Frankenheim/Hohe Rhön
Oberweid
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