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Milseburg (Berg)
 
 Beschreibung

Lage
Die mystische Milseburg ist mit ihren stattlichen 835 Metern gleichzeitig höchster und südlichster Berg der hessischen Kuppenrhön. Mit kahlem Haupt erhebt sich der Basaltfelsen rund 25 Kilometer östlich von Fulda oberhalb des Künstlerdorfes Kleinsassen.
Steil fallen die Felsen in Richtung der Wasserkuppe und nach Kleinsassen zu ab. Dort haben sich am Fuß der Felswände mächtige Blockhalden aus Lavafelsen angesammelt. An den flacheren Hängen bildete sich durch den Zerfall des Gesteins in feinste Teilchen viel Boden. Hier finden die Pflanzen guten Halt, so dass diese Hänge reich mit Moosen und Farn bewachsen sind. Selbst Sträucher und Buchenwald treffen wir an.

Geschichte
Die keltischen Siedlungsreste ziehen die Besucher magisch an: Einst beherbergte die Milseburg ein so genanntes Oppidum, eine stadtähnliche keltische Siedlung. Auf dem Fußweg zum Gipfel passiert man noch heute an der Süd- und Ostseite des Berges die Reste des beeindruckenden Ringwalls. Knapp anderthalb Kilometer lang und zwölf Meter breit hat er in alten Zeiten die über 30 Hektar große Anlage vor Römern und Germanen beschützt. Im Inneren befanden sich weitere kleinere Befestigungswälle, unter anderem als Einfassung einer Quelle. Es wird vermutet, dass im zweiten und ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung im Oppidum Milseburg bis zu 1000 Menschen gelebt haben. Womöglich wurde die Siedlung als "Melokabos" sogar in Julius Cäsars Schrift "Der Gallische Krieg" erwähnt. Heute künden nur noch die zahlreichen Steinhaufen und Wallreste von ihrer einstigen Bedeutung. Die informative Beschilderung vermittelt allerdings einen guten Eindruck von der Vergangenheit und schickt die Fantasie auf Reisen in die keltische Zeit. Später, genauer im Jahr 980, wurde der Berg erstmals urkundlich von Kaiser Otto II. erwähnt. Die "Milsiburg", wie sie damals hieß, galt als Grenze zwischen dem Kloster Fulda und den Hünfelder Ländereien. Aber erst 1119 wurde konkret auf eine Burg verwiesen. Die soll sich auf dem so genannten Liedenküppel am Rande des Berges befunden haben. Nur wenig deutet heute noch auf die ungefähr im 13. Jahrhundert verlassene, kleine Anlage hin.

Besonderheiten
Die ehemalige Bahntrasse von Fulda nach Hilders ist ja mittlerweile ein Radweg. Und entsprechend kann der Milseburgtunnel im Sommer von Radfahrern zur Durchquerung des Berges genutzt werden. Die Temperaturen im Tunnel liegen ganzjährig bei acht bis zehn Grad. Das schätzen vor allem die Fledermäuse. Damit die hier ungestört ihre Winterruhe halten können, müssen Besucher vom 01. 11.-31. 03. draußen bleiben.

Anekdoten
Der Sage nach hat hier der Riese Mils seine letzte Ruhestätte gefunden: Nachdem er zusammen mit dem Teufel die Gegend unsicher gemacht hatte, wurde er schließlich vom heiligen Gangolf besiegt. Und jetzt liegt der Riese Mils unter einem Berg von Steinen - der Milseburg.

Das Kreuz auf der Milseburg
Die barocke Kreuzigungsgruppe ist ca. 250 Jahre alt, dies lässt zumindest die Inschrift "1756" am Sockel des Kreuzes vermuten. Man nimmt an, dass die zwei Steinfiguren die das Kreuz umrahmen etwas jünger als das Kreuz mit dem steinernen Korpus Jesu Christi sind. Die zwei Steinfiguren stellen die Mutter Maria und den Apostel Johannes dar. Der ursprüngliche Anlass der Errichtung und wer Stifter des Denkmals war ist nicht bekannt.


Tipps für Wanderer
Für seine Verdienste wurde dem heiligen Gangolf unterhalb des Gipfels eine kleine Kapelle errichtet. Diese und die Kreuzigungsgruppe kann man nach erfolgreicher Besteigung besichtigen. Zwei Hauptwege führen nach oben: einer schlängelt sich als breiter Waldweg in Serpentinen bergan, der andere ist schmaler, steiniger und ein wenig steiler. Egal, welchen man wählt, stabile, rutschfeste Schuhe sind unbedingt empfehlenswert. Die urgemütliche Gipfelhütte entschädigt aber in jedem Fall für eventuelle Strapazen.
 
Quellen:

Anja Daume
 Berge der Rhön, Teil 5 Milseburg
Lesen
  Fuldaer Zeitung vom 31.08.2006, Unsere Heimat-Arbeitsbuch für den Sachunterricht/Landkreis Fulda

 AutorIn Diana Scheidler
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