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Amphibien am Milseburgradweg (Flora & Fauna)
 
 Beschreibung

In Deutschland kommen insgesamt 21 Amphibienarten vor, 7 Schwanzlurche (Molche und Salamander) und 14 Froschlurche (Frösche, Kröten, Unken).
Amphibien entwickeln sich aus einer kiemenatmenden, wasserlebenden Kaulquappe zum lungenatmenden Landbewohner mit drüsenreicher, nackter, glatter oder warzenreicher Haut. Hautdrüsen sorgen für eine stets feuchte Körperoberfläche und können z.B. bei Salamandern und Kröten Giftstoffe absondern.
Der Körper erwachsener Schwanzlurche ist langgestreckt, die Beine sind recht kurz. Im Gegensatz dazu haben Froschlurche ausgesprochen lange Hinterbeine (Froschschenkel), die sie zu weiten Sprüngen befähigen.
Im Frühling bzw. Frühsommer wandern die erwachsenen Tiere zu ihren Laichgewässern wie Weiher, kleine Teiche und Tümpel, Pfützen, Gräben oder langsam fließende Bachabschnitte. Hier verpaaren sie sich und legen ihren Laich ab.
Amphibien produzieren viele Eier, die durch eine Gallerte vor dem Austrocknen geschützt sind. Sowohl der Laich als auch die Kaulquappen haben viele Fressfeinde. Die Geburtshelferkröte legt nur wenige Eier, betreibt dafür aber Brutpflege. Das Männchen trägt die Eier bis zum Schlupf der Jungen Huckepack mit sich herum, was Feindverluste unter den Larven verringert.
In der Paarungszeit verständigen sich Amphibien durch arttypische Laute, vom Quaken der Grasfrösche und Erdkröten bis hin zum glockenartigen Ruf der Geburtshelferkröte.
Amphibien sind wechselwarme Tiere, deren Körpertemperatur weitgehend von der Außentemperatur abhängig ist. Den Winter verbringen sie in frostfreien Verstecken in Kältestarre.
Kleingewässer in einer möglichst reich strukturierten Landschaft stellen einen optimalen Amphibienlebensraum dar. Da es an solchen Gewässern mangelt, sind 16 heimische Amphibienarten besonders gefährdet. Einige Arten legen bei ihren Wanderungen zwischen Landlebensraum und Laichgewässer große Entfernungen zurück. Ihr Aktionsradius kann zwischen 20 Metern und mehreren Kilometern betragen. Beim nächtlichen Überqueren der Straßen werden die Tiere häufig überfahren.

 Bedeutung

Im Landkreis Fulda betreuen freiwillige Helfer im Frühjahr an besonders kritischen Stellen Amphibienzäune. Teilweise werden Straßen vorübergehend gesperrt (z.B. zur Fohlenweide), um vielen Tieren den Straßentod zu ersparen. In dem an natürlichen Stillgewässern heute armen Gebiet der hessischen Rhön werden durch die Anlage von Himmelsteichen an verschiedenen Stellen in der Landschaft neue Lebensräume geschaffen. Amphibien der Rohbödengewässer oder der nur zeitweilig zur Verfügung stehenden Regenwasserpfützen wie die Gelbbauchunke, die Kreuz- und Geburtshelferkröte, sind in der Rhön selten geworden und in ihrem Vorkommen auch durch die Höhenlage begrenzt. Am häufigsten ist der Grasfrosch und die Erdkröte anzutreffen, die sogar im Siedlungsbereich Teiche bzw. auch Fließgewässer besiedeln.


 AutorIn Joachim Jenrich
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Ansehen
Erdkröte - ein häufiger Vertreter in der Rhön
Quelle: Foto: Manfred Hempe
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