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Basaltblockhalde (Flora & Fauna)
 
 Beschreibung

In einigen Bereichen der Kulturlandschaft Rhön gibt es kleine Gebiete mit unberührter Urlandschaft, die vielen Besuchern allerdings meist verborgen bleiben. Urwälder, Moore und Blockhalden bilden im Ensemble der Naturschönheiten einen wichtigen Bestandteil dieser Landschaft; sie sind quasi das „Tüpfelchen auf dem i“. Trotz ihres nur sehr geringen Flächenanteils von weniger als 5% tragen sie wesentlich zum hohen ökologischen Wert der Rhön bei. Beispielsweise sind die Felsbereiche und Blockhalden wegen ihrer eigenartigen Pflanzen- und Tierwelt von euopaweiter Bedeutung.
Die Entstehung dieser Felsbildungen begann vor mehr als zehn Millionen Jahren, als sich aus zahlreichen kleinen Vulkanen Lava über das Land ergoss. Teilweise überdeckte diese Lava weichere Erdschichten, die im Laufe der Jahrtausende abgetragen wurde. Dadurch zerbrachen diese Basaltdecken und die Bruchstücke verteilten sich über die Berghänge.
Blockschutthalden können aus Basalt oder Phonolith bestehen. Die größten werden als Blockmeere bezeichnet und befinden sich unter anderem am Schafstein unweit der Wasserkuppe und Bauersberg bei Bischofsheim. Blockschutthalden sind von Natur aus völlig waldfrei, weil zwischen den groben Felsblöcken keine Erde liegen bleibt, die größeren Pflanzen als Nahrung dienen könnte. Man findet hier nur Moose und Flechten. Dagegen wachsen auf den häufiger vorkommenden Schutthalden mit kleineren Steinen bzw. amngesammelter Erde lichte Wälder, die wegen ihres Artenreichtums und Seltenheit in ganz Europa als geschützter Lebensraum der FFH-Richtlinie gelten. Zwischen beiden gibt es besonders in der Rhön fließende Übergänge. Diese Blockschuttwälder bzw. Schlucht- und Hangmischwälder, wie sie allgemein (aber etwas unzutreffend) genannt werden, bilden einen deutlichen Kontrast zu den in der Rhön vorherrschenden Buchenwäldern.
 Bedeutung

Nur in wenigen Gebieten Deutschlands gibt es noch sehr kleinflächig Bereiche, die von menschlicher Einwirkung weitgehend unbeeinflusst sind. Dabei handelt es sich meist um Wälder; waldfreie Landschaftselemente sind in Mitteleuropa äußerst selten. Dies gilt auch für Blockschuttwälder, von denen ähnliche schöne und vergleichbare Bestände nur in wenigen Mittelgebirgen zu finden sind.
Wegen der vielfältigen Ausprägung und europaweit seltener Arten gehören die Blockhalden der Rhön zu den absoluten „Perlen“ von Naturlandschaft in Mitteleuropa. Manche der hier lebenden Arten kommen sonst in Europa nur noch an ganz wenigen Stellen vor. Das Laubmoos „Brachythecium geheebii“ beispielsweise ist nach einem Moosforscher aus der Rhön benannt, dem Geisaer Apotheker Adalbert Geheeb.


 AutorIn Uwe Barth
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Anlagen
Blockhalde mit Flechten
Blockhalden - ein karger Lebensraum
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