Kontakt Die Redaktion Das Projekt Artikel schreiben
Suchworte
Breiter Berg bei Haselstein: Naturschutzgebiet und Kernzone im Biosphärenreservat Rhön (Flora & Fauna)
 
 Beschreibung

Der Breite Berg liegt zwischen Haselstein und Oberaschenbach an der Landesgrenze zu Thüringen. Der Breite Berg ist 1997 zum Naturschutzgebiet erklärt worden. Er umfaßt zwei Teilbereiche. In der 74 Hektar großen Kernzone findet keine forstliche Nutzung mehr statt. In dem Totalreservat im Südosten des Naturschutzgebiets soll die vom Menschen unbeeinflußte Dynamik des Waldes einschließlich ihrer Zusammenbruchs- und Pionierphasen sowie die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten wissenschaftlich erforscht und dokumentiert werden. Im Nordwesten dieser Kernzone liegt eine 105 Hektar große Pufferzone, in der der Laubwald auf naturgemäße Weise weiter forstlich genutzt werden soll. Der Breite Berg ist 550 Meter hoch und gehört naturräumlich zum Fuldaer Rhön-Vorland. Er ist durch den Basalt mit seinen Blockhalden gekennzeichnet. Als Besonderheit tritt am Südrand auf einer Teilfläche von 14,5 Hektar Keuper zutage, auf der ein zur Saatgutgewinnung anerkannter Winterlindenbestand wächst. Auf der Kielkuppe, einer markanten Erhebung in der Nähe der westlichsten Landesgrenze von Thüringen, wurde durch das Forstamt bereits vor 20 Jahren eine Altholzinsel ausgewiesen. Hier wurde seitdem keine forstliche Nutzung mehr betrieben. Die Böden sind überwiegend reich mit Nährstoffen ausgestattet. Natürlich wächst hier ein Bergmischwald mit Rotbuche, Esche, Bergahorn, Ulme, Winterlinde, Wildkirsche, Elsbeere und Hainbuche. Dieses Gebiet hat einen größeren, qualitativ herausragenden Edellaubholzbestand genannter Baumarten. Im Breiten Berg wächst die für diese Standorte typische Flora der Waldgesellschaften des Perlgras- und Zahnwurz-Buchenwaldes mit Arten wie Einblütiges Perlgras, Haselwurz, Waldmeister, Seidelbast, Frühlingsplatterbse, Bärlauch, Türkenbund, Lerchensporn, Märzenbecher, Aronstab und verschiedenen Orchideen (z.B. das Weiße Waldvögelein). Ein Teil dieser Pflanzen gehört zu den gefährdeten Arten in Deutschland. In der Naturschutzgebietsverordnung ist festgelegt, dass aufgrund des hohen Anteils abgestorbener Bäume Besucher das Gebiet nur auf den dafür vorgesehenen, festen Wegen betreten dürfen.
Im Forschungsprogramm sollen folgende Fragen geklärt werden:
1. Wie entwickeln sich die in den vergangenen Jahrzehnten gepflanzten Laubholzbestände ohne forstliche Pflegeeingriffe weiter ?
2. Wie entwickeln sich die jüngeren, nicht standortgerechten Fichtenbestände, wandert auf diesen Flächen Laubholz ein ?
3. Wie läuft die Alterungsphase und die Verjüngung in den älteren Beständen ab ? Folgt im natürlichen Ablauf zum Beispiel Buche auf Buche oder ist eine länger anhaltende Pionierphase mit Sträuchern dazwischen geschaltet ?
4. Wie und mit welchem Ergebnis wird die Bejagung der Schalenwildarten in diesem Gebiet gelöst und welchen Einfluß hat das Wild (v.a. Rehwild) auf die künftige natürliche Entwicklung der Waldbestände ?
5. Wie bedeutungsvoll sind die Faktoren, die die Kernzone von außen beeinflussen, wie zum Beispiel Klima, Schadstoffeinträge, Besucherverkehr, Jagd, bisherige Bewirtschaftung und andere ?
 AutorIn Joachim Jenrich
 btn_white_zurueck

  Kommentar hinzufügen