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Orchideen (Flora & Fauna)
 
 Beschreibung

Die Familie der Orchideengewächse (Orchidaceae) gehört zu den größten Pflanzenfamilien überhaupt. Ständig werden in den Tropenwäldern noch neue Arten entdeckt. Zudem ist es eine der jüngsten und am höchsten entwickelten Pflanzenfamilien. Die Gruppe weckt seit jeher das Interesse der Züchter und Blumenliebhaber.
Die hiemischen Orchideen sind Erdbewohner, die mit Hilfe unterirdischer Knollen den Winter überdauern. Alle Arten sind mehr oder weniger selten und hochspezialisiert. Sie benötigen meist nährstoffarmen Boden und leben in Symbiose mit einem Pilz. Dabei profitieren beide Partner, indem der Pilz die Orchidee (vor allem in der Jugend) mit Nährstoffen versorgt, die Orchidee den Pilz zeitlebens mit Zucker. Ohne einen geeigneten „Ammenpilz“ im Boden können die Orchideenkeimlinge nicht wachsen und gehen zugrunde. Es ist daher sinnlos und in 99,9% aller Fälle vergeblich, eine Orchidee auszugraben und in den Garten verpflanzen zu wollen; sie wird zwangsläufig zugrundegehen. Auf diese Weise sind z. B. die deutschen Bestände der Frauenschuh-Orchidee im Laufe der letzten hundert Jahre fast ausgerottet worden.
Alle Orchideen sind gesetzlich besonders geschützt und dürfen weder gepflückt noch sonstwie beeinträchtigt werden. Teilweise werden besondere Schutzgebiete ausgewiesen, vor allem für den stark gefährdeten Frauenschuh. Viele Arten stehen auf der Roten Liste.
Eine typische Orchidee der Rhön ist das Stattliche oder Manns-Knabenkraut, das von den Rhönern auch als „Kuckucksblume“ bezeichnet wird. Man findet es in der ganzen Rhön in lichten Wäldern, artenreichen Wiesen, Magerrasen; gelegentlich sogar an Wegrändern oder Straßenböschungen.
 Bedeutung

Viele Orchideenarten sind gute Indikatoren für den Zustand der Landschaft. Sie verschwinden bei zu intensiver Landnutzung, reagieren empfindlich auf Veränderungen ihrer Biotope und sind zudem leicht erkennbar; d. h. ein Monitoring ist praktikabel und leicht anwendbar.
Die Rhön ist seit etwa hundert Jahren für ihren Reichtum an Orchideen bekannt. Besonders in den Kalkmagerrasen der Rhön sowie in den Buchenwäldern auf Kalk trifft man zahlreiche Orchideenarten an. Der Begriff „Orchideen-Buchenwald“ bezieht sich auf einen artenreichen Buchenwaldtyp, der in der Rhön regional recht häufig anzutreffen ist, z. B. im Feldatal zwischen Kaltennordheim und Kaltensundheim oder im Nüsttal. Orchideenreiche Magerrasen sind als Lebensraum in der Europäischen Union besonders geschützt und dürfen nicht zerstört oder beeinträchtigt werden. Zahlreiche dieser Flächen sind im Biosphärenreservat Rhön als Schutzgebiete ausgewiesen.


 AutorIn Uwe Barth
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Ansehen
Kuckucksblume
Quelle: Willi Strauß
Anlagen
Frauenschuh - eine Seltenheit
Stattliches Knabenkraut (Kuckucksblume)
Sumpfwurz
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