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Gersfeld (Ort)
 
 Beschreibung

Gersfeld wurde als Geraldisfeld 944 erstmals urkundlich erwähnt.
1150 wird Gersfeld fuldisch. Im Jahre 1219 brennt Bodo von Eberstein Gersfeld nieder.
Hans von Schneeberg erhält am 23.11.1350 vom Kloster Fulda eine befestigte Kemenate in Gersfeld. Die Kemenate war 1350 fuldaisches Lehen der von Schneeberg, die sie 1435 an die von Ebersberg verkauften.
1359 erhielt Fulda vom Kaiser das Recht, Gersfeld zu einem Ort mit Stadt- und Marktrechten zu machen, doch blieb es Dorf oder Flecken. Aber schon 1406 hatte Würzburg Schloss, Haus und Gericht gewonnen und soviel vom Dorf, als zum Schlosse gehörte. In der Folge erscheint Gersfeld sowohl als fuldisches wie als würzburgisches Lehen der von Ebersberg.
1537 wird durch die Ebersburger die Reformation in der Herrschaft Gersfeld eingeführt. Gersfeld gehört zum Kirchenkreis Fulda. Die katholischen Christen gehören zum Dekanat Weyhers.
1656 hatten die Unabhängigkeits-Bestrebungen der Ebersberger und anderer fuldischen Ritter endlich Erfolg: Das Gersfelder Gebiet löst sich unter den Ebersburgern von der Fürstabtei Fulda und wird selbstständig. Sie waren nun "reichsfrei" und nur dem Kaiser untertan.
Ein schwerer Brand wütete 1756 in Gersfeld. Mehrere hundert Gebäude, Scheunen und Ställe werden vernichtet.
Fulda behauptete die Landeshuldigung, trat aber immer mehr zurück, und 1778 gestattete es die Trennung der Herrschaft Gersfeld von der Zent Lutter und Errichtung einer eigenen Zent in Gersfeld. Die lehenbare Herrschaft Gersfeld, welche Würzburg 1807 in Besitz genommen hatte, ging 1809 auf den Grafen von Frohberg über als Nachkommen einer Ebersberg.
In preußischer Zeit avancierte Gersfeld zur Kreisstadt.

Die imposante evangelische Kirche entstand 1780/85 in barockem Baustil. Sie zählt zu den bedeutendsten evangelischen Kirchen im Rokokostil in Hessen.
Im Inneren besticht ein homogenes barockes Ensemble von Altar, Kanzel und Orgelprospekt. Früher benutzte man zum Taufen eine schwenkbare Schublade im Altar.
Beim Haupteingang und den Seiteneingängen sind mehrere Grabplatten angebracht.

Die katholische Kirche wurde 1840/84 erbaut.
Bemerkenswert ist ein hochwertiges frühbarockes Tafelbild von 1618.
1961 wurde die Kirche erweitert und ein moderner Glockenturm daneben errichtet.
Die frühere Grabkapelle der Herren von Ebersberg wurde zur Friedhofskapelle umfunktioniert.

Die Schlossanlage ist von einem großen Park in englischem Stil umgeben.

Sehenswert ist das Rathaus in Fachwerkbauweise mit massivem Erdgeschoss.
Einige Häuser des Ortes haben noch geschnitzte Haustüren aufzuweisen.

Den Verlauf der früheren Grenze zwischen Hochstift Fulda und Herrschaft Gersfeld kann man anhand von zahlreichen Grenzsteinen nachvollziehen.

Gersfeld hat als Wiege des Segelflugs weltweit einen hohen Bekanntheitsgrad erlangt.
 
Lesen

Schneiders Rhönführer
 Offizieller Führer des Rhönclubs Verlag Parzeller, Fulda
Erwin Sturm
 Die Bau- nd Kunstdenkmale des Fuldaer Landes Verlag Parzeller & Co. Fulda
 
Quellen:

Dr. Heinrich Reimer
 „Historisches Ortslexikon für Kurhessen“ N.G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung Marburg (Hessen)

 AutorIn Renate Remde
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