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Schleid (Ort)
 
 Beschreibung

Das Dorf Schleid liegt 2,5 km südlich von Geisa an der Ulster am Fuße des Rockenstuhls und des Bocksberges, auf dessen Gipfel sich eine holzgeschnitzte Kreuzigungsgruppe befindet.
Der kirchliche Mittelpunkt des Ulstergebiets war im Mittelalter nicht Geisa, sondern das vorgelagerte Dorf Schleid.
Es wird zwischen 1015 und 1022 erstmals erwähnt, im 12. Jahrhundert treten auch Ministerialen von Schleid auf.
Nach einer wohl derselben Zeit zuzuordnenden Grenzbeschreibung war Schleid damals die einzige Pfarrei des Ulstergrundes, doch wurden bereits die ersten Orte abgetrennt. Erst die Erhebung von Kranlucken zur eigenen Pfarrei beendete 1736 diesen Prozeß.
Jetzt gehören nur noch Motzlar und einige Höfe zu Schleid, das aber bis heute berechtigt ist, am Gründonnerstag in Fulda bzw. Erfurt die heiligen Öle für das Dekanat zu holen. Der Ort wurde 1626 durch Hungersnot, Pest und Kriegsvölker arg mitgenommen. Damals gelobten die Einwohner der heiligen Maria zum Schnee ein Sühne- und Erinnerungsfest, das noch jetzt alljährlich gefeiert wird.

Die 1743/46 erbaute herrliche Barockkirche, denen von Dermbach, Zella und Bremen ganz ähnlich, unterstreicht die Würde dieses alten geistlichen Mittelpunkts. Andreas Gallasini, fuldischer Baumeister, gab ihr die typischen weißroten Farbtöne. Sie wird sogar mit ihrer Innen-und Außenarchitektur als das vollendentste Barockwerk des Landes genannt.
Die Schleider Kirche verfügt über ein reiches Inventar und zeugt von der Schönheit sakraler Baukunst in der Zeit des Barocks. Zum Inventar zählt ein silberner Kelch im gotischen Stil aus dem 19. Jahrhundert , ein Geschenk Kaiser Napoleons III. 1870 während seiner Gefangenschaft auf Schloss Wilhelmshöhe bei Kassel an Pfarrer Simon Wehner.
Urkundlich wird in Schleid von drei Kirchen berichtet. Die erste geht auf 1327, die zweite 1500 und die heutige auf 1743/46 zurück.
Die bedeutende barocke Saalkirche mit Ostturm und Schaufassade wurde 1994 einer Außenrenovierung unterzogen.

Das ehemalige Pfarrhaus ist ein zweigeschossiges giebelständiges Fachwerkhaus mit farbig gefasstem Sitznischportal mit geflügelten Engelköpfen.
 
Quellen:

Dr. Günther Wölfing
 Kleine Henneberger Landeskunde
Möller/Hahn
 Die thüringische Rhön

 AutorIn Renate Remde
 Kommentare

Stefan Fromm schrieb: Hungersnot dort ausgebrochen???
Wenn man durch Schleid fährt und die Leute beim Rüben hacken beobachtet, könnte man meinen die hätten dort nix zu essen???
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Schleid
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