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Wasungen (Ort)
 
 Beschreibung

Der Name der 874 ersterwähnten, später aufgegebenen Agrarsiedlung links der Werra wurde auf die im 12. Jahrhundert auf der anderen Seite des Tals zu Füßen des Schlossbergs angelegte Marktsiedlung übertragen, deren Stadtwerdung die auf der Burg sitzenden Herren von Wasungen förderten. (Die Ruine der später "Maienluft" genannten Höhenburg besteht noch aus Bergfried, Umfassungsmauer und Wallgraben.)
Um die Mitte des 13. Jahrhunderts von den Hennebergern erworben, erwirkte Graf Berthold im Jahre 1308 dem schon 1301 "oppidum" genannten Ort Schweinfurter Rechte.

Die Altstadt wurde noch im 14. Jahrhundert befestigt. Sie stellt ein annäherndes Rechteck von ca. 350 mal 170 Metern mit vorwiegend rippenförmigem Straßensystem mit zentralem Markt als Erweiterung der Hauptstraße dar und steht insgesamt unter Denkmalschutz.
Von der einstigen Umwehrung mit Graben, einfacher Ringmauer, drei Toren und etlichen Türmen sind noch große Abschnitte der Mauer, der "Judenturm" und die "Pfaffenburg" erhalten. Das Rathaus, ein dreigeschossiger Fachwerkbau mit asymmetrischem Erker, ersetzte 1533 einen Vorgängerbau des 14. Jahrhunder. Der noch in spätgotischen Formen erbauten Stadtkirche am Hang des Schlossbergs musste 1584 ein kleineres Gotteshaus des 13. Jahrhunderts weichen, dessen Chor unter dem Turm erhalten ist.

Die Stadt ist reich an qualitätvollen bürgerlichen Fachwerkhäusern und Adelshöfen des 16. bis 18. Jahrhunderts (Amtshof, Damenstift mit Stadtmuseum, Fellehof, Weyhenhof, Maienhof, Diemarscher Hof). Um 1299 entstand am linken Werraufer ein Wilhelmitenkloster (1525 zerstört).
Aufbauend auf dem Privileg von 1308, konnten die Henneberger das am Steinernen Tisch vor der Stadt gehegte Zentgericht im 14. Jahrhundert zu einem kaiserlichen Landgericht mit Appellationsinstanz aufwerten, um damit den Einfluss der würzburgischen Gerichtsbarkeit auf ihre Herrschaft einzuschränken.

Seit dem 16. Jahrhundert profilierte sich Wasungen zu einer Gewerbestadt mit Betonung der Metallberufe. Wasunger Gewehrmacher brachten es zu Weltspitzenleistungen.
1659 wurde Wasungen Ausgangspunkt und regionales Zentrum von Tabakanbau, Verarbeitung und -handel (bis zum 19. Jahrhundert in Blüte).

Als geschichtliches Kuriosum gilt der "Wasunger Krieg".
 
Quellen:

Dr. Günther Wölfing
 Kleine Henneberger Landeskunde

 AutorIn Renate Remde
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Erleben
Museen
Karnevalsmuseum Wasungen
Stadtmuseum Wasungen
Anlagen
Maienhof, erbaut 1576
Maienluft Wasungen
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