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Rudolf Baumbach (Dichter)
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Rudolf Baumbach wurde am 28. September 1840 als Sohn eines herzoglichen Hofarztes von Sachsen-Meiningen als ältestes von vier Kindern in Kranichfeld bei Weimar geboren.
Im Alter von zwei Jahren zog er mit seiner Familie in die Werrastadt Meiningen. Hier lebten auch seine Großeltern. Der Vater starb 1847 an Typhus. Er hatte sich bei der Behandlung kranker Menschen infiziert.
Rudolf Baumbach besuchte bis 1860 das Gymnasium in Meiningen. Nach seinem Abitur 1860 studierte er Naturwissenschaften in Leipzig und Würzburg. Vier Jahre später promovierte er in Heidelberg zum Dr.phil. Danach begann er am Botanischen Institut in Freiburg im Breisgau als Assistent zu arbeiten, konnte aber aus Geldmangel seine Forschungen in Freiburg nicht weiterführen. So arbeitete er anschließend als Lehrer in Graz und Brünn und als Hauslehrer in Görz und Triest. 1873 trat er in Triest dem Alpenverein bei und konnte sich endlich wieder seiner größten Leidenschaft widmen, der Natur. 1870-81 gab er die Alpenvereinszeitschrift »Enzian. Ein Gaudeamus für Bergsteiger« heraus.
Seine Liebesbeziehung zur Tochter eines seiner Arbeitgeber scheiterte an den finanziellen Mitteln.
Baumbachs Enttäuschung darüber spiegelt sich in vielen seiner Werke wider.
Ab 1881 war er als freier Schriftsteller tätig. 1885 kehrte er in seine thüringische Heimat nach Meiningen zurück. Hier erhielt er eine Bibliothekarsstelle. Der sog. " Theaterherzog" in Meiningen, Herzog Georg II., ernannte ihn 1888 zum Hofrat.
Baumbach unternahm Reisen nach Griechenland, Ägypten, Italien und in die Türkei.
Er starb am 21. September 1905 in Meiningen.

  Bedeutung

Rudolf Baumbach war einer der bekanntesten und populärsten Autoren der 1880er Jahre. Sein erster literarischer Erfolg im Jahr 1876 basierte auf der slowenischen Alpensage, dem Versepos Zlatorog, der über 100 Auflagen und Bearbeitungen erreichte, auch als Oper und Kantate.
Nach dem Motto der Einfachheit und Natürlichkeit lebte und dichtete der begabte Junggeselle Rudolf Baumbach.
Alle seine Werke sind geprägt von einer einfachen Sprache, geformt in melodiöse und rhythmische Verse. Zahlreiche Gedicht- und Prosabände wurden von ihm veröffentlicht, u. a. auch die " Lieder eines fahrenden Gesellen " und " Spielmannslieder, " von welchen etliche u.a. auch von Max Reger vertont wurden.
Rudolf Baumbach liebte Wein, Gesang und Geselligkeit und lebte in einer Zeit, in der Liebesbeziehungen von finanziellen Mitteln bestimmt wurden.
Seine enttäuschten Liebens- und Lebenserfahrungen widerspiegeln sich in seinen zahlreichen wunderbaren, frechen und romantischen Gedichten, Novellen, Erzählungen und Märchen.
Zu den wohl bekanntesten Volksliedern zählen" Hoch auf dem gelben Wagen" und „Keinen Tropfen im Becher mehr“.
In Meiningen galt Baumbach als lokale Attraktion und Kloßdichter, denn mit seinem „Lied vom Hütes“ hatte er dem hiesigen Leibgericht ein poetisches Denkmal gesetzt.
Rudolf Baumbach hatte ein inniges Verhältnis zu den Alpen wie zu den heimatlichen Mittelgebirgen. Der Meininger Alpenverein ernannte ihn 1901 zu seinem Ehrenmitglied.

Das einstige Wohnhaus des Dichters in Meiningen, das sogenannte Baumbachhaus, ist ein charakteristisches Bürgerhaus aus dem 18. Jahrhundert. Es beherbergt heute das Literaturmuseum und beinhaltet neben der Baumbach-Bibliothek auch Exponate zum Märchendichter Ludwig Bechstein.
In Friedelshausen (Vorderrhön) erinnert die Rudolf-Baumbach-Hütte am Fuße des Glasberges an den Dichter.
Rudolf Baumbach wird auch in seinem Geburtsort Kranichfeld auf verschiedene Weise geehrt. 1892 wurde er zum Ehrenbürger ernannt und 1927 das Rudolf-Baumbach-Denkmal errichtet.
Nach umfangreicher Renovierung ist 1999 sein Geburtshaus ebenfalls als Baumbachhaus wieder eröffnet worden u.a. mit einer Ausstellung über den Dichter.




 AutorIn Frau Pabst
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