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Ludwig Bechstein (deutscher Schriftsteller, Bibliothekar und Archivar)
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Ludwig Bechstein wurde am 24. November 1801 in Weimar unter dem Namen Louis Dupontreau geboren. Er war der uneheliche Sohn von Johanna Carolina Dorothea Bechstein, einer Beamtentochter aus Altenburg und eines französischen Emigranten. Seine Mutter gab ihn in Pflege.

Im Alter von neun Jahren kam er nach Dreißigacker bei Meiningen zu seinem Onkel Johann Matthäus Bechstein, dem Direktor der herzoglichen Forstakademie und anerkannten Natur- und Forstwissenschaftler. Der Onkel adoptierte ihn und seitdem trug er den Namen Ludwig Bechstein.
Damit war auch der Wechsel vom Weimarer Gymnasium in das Lyzeum der Residenzstadt Meiningen verbunden. 1818 bis 1822 absolvierte er eine Apothekerlehre in Arnstadt. Danach war er als Apotheker in Arnstadt, Meiningen und Bad Salzungen tätig.
Ab März 1829 ermöglichte der Meininger Herzog Bernhard II. dem poetisch begabten jungen Mann das Studium der Philosophie, Geschichte und Literatur in Leipzig und München.
Nach Abschluss trat er im Jahr 1831 in die Dienste des Herzogs und wurde herzoglicher Kabinettsbibliothekar in Meiningen.
1832 heiratete Bechstein die Tochter eines Mechanikers aus dem Rhöndorf Oechsen bei Vacha, Caroline Wiskemann, die nach zwei Ehejahren verstarb. Der Ehe entstammt ein Sohn.
Nach diesem Schicksalsschlag begab er sich auf eine mehrmonatige Reise an den Rhein, nach Belgien und Nordfrankreich. In Paris kam es zu einer Begegnung mit Heinrich Heine.
1836 heiratete er erneut. Aus der Ehe mit Therese Schulz aus Untermaßfeld gingen sieben Kinder hervor.
1840 wurde Bechstein Hofrat und 1848 Archivar des hennebergischen Gesamtarchivs.
1832 gründete er den Hennebergischen altertumsforschenden Verein, dessen Direktor er bis zu seinem Tod blieb.
Ludwig Bechstein starb am 14. Mai 1860 im Alter von 59 Jahren in Meiningen.
Er wurde auf dem Meininger Parkfriedhof beigesetzt.


  Bedeutung

Bedeutung
Den größten Teil seines Lebens verbrachte Ludwig Bechstein in Meiningen. Hier entstanden die meisten seiner Sagen- und Märchensammlungen, durch die er über die Grenzen von Thüringen und Franken hinaus berühmt wurde. Das Märchenwerk liegt größtenteils in drei selbständigen Publikationen vor.
Er gab altdeutsche Literatur und fünf wichtige Sagensammlungen heraus. Sein umfangreiches Deutsches Sagenbuch (1853) wird bis heute gern als Nachschlagewerk des deutschen Sagenschatzes genutzt.
Ludwig Bechstein schrieb germanistische, historische, volks- und völkerkundliche Abhandlungen. Gedichte, Lyrik, Novellen und vaterländische Erzählungen zählten zu seinem weiteren Repertoire.
Dem Komponisten Richard Wagner dienten die Sagen von Eisenach und der Wartburg, dem Hörselberg und Reinhardsbrunn als Vorlage für sein "Volksbuch vom Tannhäuser“. Einige lyrische und epische Dichtungen von Ludwig Bechstein wurden vertont.

Mit der Biographie über seinen Adoptivvater, Dr. Johann Matthäus Bechstein und die Forstacademie Dreißigacker- Ein Doppel-Denkmal von Ludwig Bechstein, schuf er 1855 die erste eigenständige Lebensbeschreibung eines deutschen Forstmannes in Buchform.

Wichtige Werke Ludwig Bechsteins:
1823 "Thüringische Volksmährchen"
1826 Sonettenkränze
1835 Der Sagenschatz und die Sagenkreise des Thüringerlandes
1838 Wanderungen durch Thüringen
1845 Deutsches Märchenbuch
1853 Deutsches Sagenbuch
1858 Thüringer Sagenbuch

Der vom Bildhauer Robert Diez geschaffene Märchenbrunnen im Englischen Garten in Meiningen wurde dem Dichter Ludwig Bechstein gewidmet. Weiter erinnern an ihn sein Grabmal und eine Tafel an seinem Wohnhaus.
Die Kulturstiftung Meiningen, Meininger Museen zeigt im Literaturmuseum "Baumbachhaus" eine Ausstellung zum Leben und Schaffen des Dichters Ludwig Bechstein.
Alle zwei Jahre wird in Meiningen auf Schloss Landsberg ihm zu Ehren der Thüringer Märchen -und Sagenpreis vergeben.



 
Quellen:

Internet
 

 AutorIn Frau Pabst
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