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Kilian von Bibra
(Historische Persönlichkeit)
  um 1425 bis 1494
  Lebensgeschichte

Studium und geistliche Laufbahn
Kilian von Bibra stammte aus der Familie der Erbuntermarschälle des Hochstifts Würzburg. Vermutlich 1425 geboren, verbrachte er seine Kindheit auf dem Stammsitz des Geschlechts zwischen Mellrichstadt und Meiningen. Seit 1441 studierte er an der Universiät Erfurt, wo er 1450 Doktor des kanonischen Rechts wurde. Der für seine Beredsamkeit und Gelehrsamkeit berühmte Kilian hatte auch in Italien studiert, gehörte aber selbst nicht zu den humanistischen Gelehrten seiner Zeit. 1443 wurde er Dommicellar (Jungherr) am Würzburger Domkapitel, wo er 1459 zum Domherrn aufsteigen sollte. Durch Vermittlung Papst Pauls II. wurde Kilian 1466 Archidiakon zu Ochsenfurt und Mergentheim. Er war in zahlreichen geistlichen Positionen tätig, so etwas auch als Probst von Neumünster 1473 – ein Amt dass mit beträchtlichen geistlichen Lehen und dem Patronat über viele Pfarreien verbunden war.

Aufstieg zum Domprobst und Generalvikar
Seine bedeutendste Würde erhielt von Bibra 1478, als er Würzburger Domprobst wurde – mit diesem Amt waren der Vorstand des Domkapitels und zwhlreiche Besitzungen verbunden. In seiner Position als Grundbesitzer geriet Kilian öfter in Streit mit geistlichen und weltlichen Parteien, der dann vom Fürstbuischof geschlichtet werden musste. Außerhalb der eigenen Besitzsphäre war er allerdings als hervorragender Jurist und Diplomat bekannt und wurde 1483 Generalvikar des Fürstbischofs Rudolf von Scherenberg. Von Bibra war damit der oberste Richter über den Würzburger Klerus, der u.a. für Besetzung und Entzug geistlicher Lehen, Verhängung des Bannes und Absolution zuständig war. Als Rat des Fürstbischofs bewährte er sich auf verschiedenen diplomatischen Missionen, etwa in Prag, Wien und Rom und war als Schiedsrichter zwischen Fürsten und Rittern hoch angesehen. Schließlich wirkte er auch als Jurist für die Reichsstadt Nürnberg.

Sorge für das Seelenheil
Wie viele seiner wohlhabenden Zeitgenossen, sorgte Kilian mit zahlreichen Stiftungen für sein Seelenheil. So ließ er z.B. eine Kapelle in seinem Hof Rötelsee bauen und mit reichem Inventar ausstatten und verfügte in Zusammenhang mit mehreren Vikarien (Stiftungen), dass zu seinem Gedächtnis Messen und Prozessionen durchgeführt werden sollten. Dass der überaus erfolgreiche Jurist und Politiker trotz seines Ruhms bescheiden blieb, zeigt unter anderem sein metallenes Epitaph, das im Kapitelhaus in Würzburg an den 1494 Verstorbenen erinnerte. Die lateinische Inschrift besagt nichts weiter, als dass der ehrwürdige Herr Kilian von Bibra, Doktor des kanonischen Rechts, Propst der Würzburger Kathedralkirche und Generalvikar verstorben sei und seine Seele in Frieden ruhen möge. Ein Totenkopf auf der Gedenktafel verweist zusätzlich auf die Vergänglichkeit alles Irdischen.


  Bedeutung

Kilian von Bibra war eine der bedeutensten politischen Figur des Hochstifts und Bistums Würzburg im 15. Jahrhundert und für Fleiß, Redlichkeit und diplomatisches Geschick anerkannt.


 
Lesen

Sebatsian Zeißner: Dr. Kilian von Bibra. Dompropst von Würzburg. In: Mainfränkisches Jahrbuch für Geschichte und Kunst 2 (1950).
 
 
Quellen:

Werner Schultheiß: Bibra, Freiherren von. In: Neue Deutsche Biographie. Bd.2. Berlin 1955. S.215/216.
 
Friedrich Merzbacher: Kilian von Bibra. In: Fränkische Lebensbilder. Bd. 5 (1973). S.97-134.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Epitaph des Kilian von Bibra
Quelle: Zeichnung in: Fränkische Lebensbilder. Bd. 5 (1973).
Orte (www.rhoen.de)
Bibra
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