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Bischof Lorenz von Bibra
(Historische Persönlichkeit)
  1459 bis 1519
  Lebensgeschichte

Geistliche Laufbahn
Lorenz von Bibra wurde vermutlich 1459 als Sohn des würzburgischen Amtmanns Hans von Bibra in Mellrichstadt geboren. Lorenz studierte seit 1472 in Heidelberg, Erfurt und Bologna und kam dadurch mit dem Humanismus in Kontakt. Von Bibra war schon früh für die geistliche Laufbahn bestimmt, wurde Kanoniker an Dom- und Stiftskirchen der Mainzer Kircheprovinz und erhielt Pfründen an rheinischen und fränkischen Kirchen. Spätestens seit 1486 war Lorenz im Dienst des Mainzer Kurfürsten Berthold von Henneberg. Nachdem er längere Zeit als Verwalter in Mainz tätig gewesen war, wurde Lorenz 1495 zum Nachfolger des Würzburger Bischofs Rudolf von Scherenberg bestimmt.
Er führte die Politik seines Vorgängers weiter, ließ neue Pfarreien einrichten, Klöster reformieren und Wallfahrten ebenso fördern wie die Volksfrömmigkeit des späten Mittelalters. Lorenz von Bibra verlieh viele Ablässe, auch der von Luther kritisierte Ablass zu Gunsten des Neubaus der Peterskirche in Rom wurde mit seiner Zustimmung 1517/18 in Würzburg verkündet. Eine Begegnung mit dem Reformator 1518 verlief freundlich; von Bibra wurde sogar ein Hang zum Protestantismus nachgesagt, was aber nicht zu belegen ist.

Hochgeschätzter Diplomat
Lorenz von Bibra war wegen seines diplomatischen Wesens bei Kaiser Maximilian I. und den Reichsfürsten angesehen und trat oft als Schiedsrichter auf. So war er im Zusammenhang mit dem Erbfolgekrieg um die Erbfolge der Wittelsbacher Linien Landshut und München 1505 für den Kaiser als Friedensvermittler tätig, obwohl er eigentlich auf der pfälzischen Seite stand. Auf weltlichem Gebiet erließ Lorenz von Bibra viele Verordnungen im Bereich der Verwaltung, des Justiz- und Polizeiwesens. Er war an der Landfriedensbewegung beteiligt, schloss sich aber nicht dem Schwäbischen Bund an, sondern bildete mit Würtemberg und der Pfalz eine eigene Landfriedenseinung.
Das viel gerühmtes Friedensregiment dieses Würzburger Bischofs wurde nur durch den Landfriedensbruch des Götz von Berlichingen unterbrochen. Als er 1519 starb wurde er im Dom beigesetzt, wo ein Epitaph von Tilman Riemenschneider an ihn erinnert.

  Bedeutung

Lorenz von Bibra war als diplomatischer und ausgleichender Kirchenfürst bekannt und bescherte dem Bistum Würzburg eine Friedensphase.


 
Quellen:

Egon Johannes Greipl: Bibra, Lorenz von. In: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448 bis 1648. Berlin 1996.
 
Artikel Lorenz von Bibra. In: Neue Deutsche Biographie. Bd.15. Berlin 1987.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Lorenz von Bibra
Quelle: Reproduktion in: Erwin Gatz (Hrsg.): Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches 1448 bis 1648. Berlin 1996.
Orte (www.rhoen.de)
Mellrichstadt
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