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Konstantin Gutberlet
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Konstantin Gutberlet wurde am 10. Januar 1837 in Geismar in der Rhön geboren, einem kleinen Ort am Fuße des Rockenstuhls in der Nähe des Städtchens Geisa. Seine Eltern Joseph Gutberlet und Elisabeth, geb. Hahn waren einfache Bauers- und Müllersleute.
Nach dem Besuch der Dorfschule in Geismar ging Gutberlet 1851 nach Fulda und studierte bis 1856 am dortigen Gymnasium.
Eine Wallfahrt nach Maria-Ehrenberg festigte in ihm den Entschluss, ein Priesterstudium am Priesterseminar in Fulda aufzunehmen.
Sein Studium hier dauerte nur ein halbes Jahr, da er zur Fortsetzung am deutschen Seminar in Rom vorgesehen war.
Im Collegium Germanicum studierte Gutberlet zunächst zwei Jahre Philosophie und anschließend vier Jahre Theologie.
Die italienische Sprache beherrschte er bereits vor seiner Italienreise. Die Zeit während seines Studiums nutzte er, um seine französischen, englischen und griechischen Sprachkenntnisse zu vervollkommnen und auch die orientalischen Sprachen ( hebräisch, syrisch und arabisch) zu studieren.
Am 25. Mai 1861 erhielt Gutberlet in der Laterankirche die Priesterweihe und bestand im Juni 1862 seine theologische Doktorprüfung.
Nach sechsjährigem Aufenthalt in Rom ging er zurück ins Priesterseminar nach Fulda und war dort als Lehrer für Deutsch, Latein, Griechisch, Mathematik und Naturwissenschaften sowie Philosophie tätig. Infolge der Kulturkampfgesetze wurde das Priesterseminar in Fulda 1875 aufgehoben und Gutberlet ausgewiesen.
Als Regens des "Fuldaneum" (Wohn- und Studiengemeinschaft) in Würzburg setzte Gutberlet seine Lehrtätigkeit fort. Er widmete sich hier auch literarischen Arbeiten, nacheinander erschienen eine ganze Reihe hochwissenschaftlicher Werke und Schriften.
Nach Wiedereröffnung des Priesterseminars in Fulda 1886 wurde Gutberlet Professor der Dogmatik, 1900 Domkapitular in Fulda
Nach seinem goldenen Priesterjubiläum wirkte er noch dreizehn Jahre als Lehrer am Seminar und 1924 nahm er Abschied vom Lehramt, welches er mehr als sechs Jahrzehnte verwaltet hatte.
Am 27. April 1928 starb Konstantin Gutberlet in Fulda. Neben den Vertretern kirchlicher, städtischer und staatlicher Behörden waren auch Geismarer Landsleute zur Beisetzung gekommen, um Abschied von dem größten Sohn ihrer Heimatgemeinde zu nehmen.

Gutberlet und seine Heimat

Konstantin Gutberlet hatte sich in seinem Heimatort Geismar ein Haus bauen lassen, um dort seine späteren Lebensjahre zu verbringen und sich ungestört seinen wissenschaftlichen Arbeiten zu widmen. Freunde redeten ihm diesen Plan aus.
So erweiterte er das Haus zu einer kleinen Schwesternstation, in der Barmherzige Schwestern im Dienste der Armen und Kranken wirkten.
Gutberlet nahm gern an den Verlöbnisfesten in den Pfarreien des Geisaer Landes teil, wo er das Hochamt zelebrierte. Für die Bewohner war dies stets eine große Ehre.
Heute trägt die Staatliche Grundschule in Geismar den Namen Konstantin Gutberlets.
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  Bedeutung

Neben Athanasius Kircher aus Geisa ist Konstantin Gutberlet das zweite Rhöner Phänomen der Wissenschaft.
Der Umfang der Wissensbereiche, in denen Gutberlet gearbeitet hat, steht hinter denen Kirchers kaum zurück. Um nur einige zu nennen: Scholastische Philosophie. Dogmatik, Apologetik, orientalische Sprachen, Mathematik usw.

Die literarische Tätigkeit machte Gutberlets Namen in der Gelehrtenwelt weithin bekannt
Zu seinen schriftstellerischen Arbeiten zählen u.a.: 6 Bände der Philosophie, 3 Bände der Apologetik, und die große zehnbändige Dogmatische Theologie.
Gutberlet gehört zu den Vertretern eines durch Francisco Suarez vermittelten Neuthomismus.
Er war Mitbegründer und 1888-1924 Herausgeber des "Philosophischen Jahrbuchs" der Görresgesellschaft.

1889 ernannte ihn die Universität Löwen (belgische Katholische Universität) zum Mitglied der Philosophischen Gesellschaft und verlieh ihm 1909 die Ehrendoktorwürde der Philosophie.
Auch Bischof und Domkapitel schätzten ihn sehr. 1909 wurde er zum Konsultor des Bischöflichen Consistoriums und 1910 zum Mitglied des Domkapitels ernannt.
Neben zahlreichen weiteren Ehrungen ernannte Pius X. Gutberlet zum Konsultor der Biblischen Kommission.


 
Lesen

Richard Brodmann
 Unter dem hohen Rössbergkreuz
 AutorIn Frau Pabst
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Orte (www.rhoen.de)
Geismar
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