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Ulrich von Hutten (Historische Persönlichkeit) |
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1488 bis 1523 |
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Lebensgeschichte
Ausbildung und ständige Wanderschaft Ulrich von Hutten wurde 1488 auf Burg Steckelberg in der Nähe von Schlüchtern geboren. Ulrichs gleichnamiger Vater war fuldischer Rat und bestimmte seinen offenbar schwächlichen Erstgeborenen für den Prälatenstand, obwohl diesem eigentlich das Erbe zustand. So besuchte Ulrich die Stiftsschule und ging anschließend ohne das Ordnesgelübte abzulegen zum Studium nach Erfurt. Nach 1505 löste Ulrich seine Bindung an Fulda und studierte in Mainz und Köln bevor er seinem Lehrer Aesticampian an die Universität Frankfurt Oder und schließlich nach Leipzig kam. 1509 erkrankt Ulrich an der Syphilis und verlässt Leipzig – es folgt eine Odyssee durch das nördliche Deutschland, wobei Ulrich in heftigen Strei mit der Greifswalder Bürgermeisterfamilie Lötz gerät. Als Reaktion auf einen Überfall durch seine Widersacher verfasst von Hutten 1510 sein erstes bedeutendes Werk „Querelen gegen die Lötze“ – seine Karriere als zunächst lateinischer Dichter beginnt. Seit 1511 ist von Hutten ständig unterwegs, studiert Recht in Pavia, Bologna, Rom und Ferrara, wird zum Schützling Albrechts von Brandenburgs, des Kurfürsten von Mainz. Dort lernt Ulrich Johannes Reuchlin und Erasmus von Rotterdam kennen und wird zum Anhänger des Humanismus. 1917 wurde Ulrich von Kaiser Maximilian I. zum „poeta laureatus“ gekrönt und mit weiteren Titeln ausgestattet zum kaiserlichen Orator ernannt.
Humanist und Politiker Im Zusammenhang mit Huttens Freundschaft zu Reuchlin ist auch der 1516 verfasste zweite band der Dunkelmännerbriefe („Epistulae obscurorum virorum“) zu sehen: die Humanisten um Reuchlin lagen im Strei mit konservativ eingestellten Dominikanern und ihren Mittelsmännern um das Verbot jüdischer Schriften. Dies war jedoch nur die Spitze des Eisbergs: die fingierten lateinischen Briefe zogen vor allem das noch weitgehend schloastisch geprägte Bildungssystem an den Universitäten ins Lächerliche. Ulrich von Hutten hatte weitere Reformpläne: er plädierte für eine Stärkung der kaiserlichen Zentralgewalt und Einschränkung der Territorialfürsten. Dabei spielte der nationalstaatliche Gedanke eine Rolle, zumal seine Ideen von der Kurie in Rom abgelehnt wurden. Ulrich von Hutten geriet in scharfe Gegnerschaft zur katholischen Kirche, wurde von der Inquistion verfolgt und schließlich gebannt. In einer Flut von Schriften kämpfte er in den 1520ern gegen Dekandenz, Unzucht und Verschwendungssucht des Renaissancepapsttums und die Zusammenarbeit von Kurien und Landesfürsten, die in seinen Augen Reich und Nation gefährdete.
Die Reformbestrebungen und ihr Scheitern Auf dem Wormser Reichstag 1521 stand von Hutten deshalb ebenso im Brennpunkt wie Luther. Tatsächlich vereinte beide aber nur die antipäpstliche Haltung – von Hutten nutze die Reformationsbewegung vor allem für seine eigenen politischen Zielsetzungen, für die er im Gegensatz zu Luther auch bereit war, militärische Mittel zu nutzen. Nach dem Wormser Edikt von 1521, das die Reichsacht über Luther verhängte und auch von Hutten isolierte, kündigte dieser seinen Dienst beim Kaiser auf und zettelte aus dem Untergrund den „Pfaffenkrieg“, mehrere kleinere und erfolglose Fehden an. Die „Trierer Fehde“1522, die von Hutten zusammen mit Franz von Sickingen anzettelte, sollte die Verhältnisse im Reich ändern und richtete sich besonders gegen die Landesherren bzw. Reichsfürsten. Mit der Fehde scheiterten auch die Pläne der Reichsritterschaft und die politischen Reformkonzeptionen, die von Hutten vertrat. Ulrich von Hutten suchte schließlich Zuflucht auf der schweizerischen Insel Ufenau, wo er neun Monate später an der Syphilis starb.
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Bedeutung
Bedeutung für die Rhöner Ritterschaft und weit darüber hinaus Ulrich von Hutten war der zu seiner Zeit meist gedruckte und gelesene deutsche Humanist. Als Ritter und zugleich Humanist (eine im 16. Jahrhundert eher ungewöhnliche Kombination) wurde er zum Vertreter einer nationalen Befreiungsbewegung, von der vor allem die Ritterschaft profitieren sollte. Seine lateinischen Werke beeinflussten die literarische, politische und kulturelle Entwicllung und hatten insofern größere Wirkung als die deutschsprachigen politischen Schriften. Von Hutten verfasste kritische, polemische, thetorische und satirische Werke und dramatische Dialoge, die geprägt sind von Humanismus, Individualismus und Nationalismus und vom Glauben an das Recht als obersten Maßstab. Er wurde für diverse Ideologien vereinnahmt und seine Bewertung in der Wissenschaft ist bis heute umstritten.
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| | Internet
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 | http://de.wikipedia.org/wiki/Hutten | | | |
 | Heinrich Grimm: Ulrich von Hutten. In: Neue Deutsche Biographie. Hrsg. v. der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und der Bayerischen Staatsbibliothek. | | | |
| | | AutorIn Anne Krenzer | | |  |
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| Ulrich von Hutten mit dem Loorbeerkranz des Dichters und der Rüstung des Ritters |
| Quelle: Porträt unter http://clendening.kumc.edu/dc/pc/h.html. Ausschnitt. |
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