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Johann Joseph Kessler (Keßler)
(Historische Persönlichkeit)
  1711 bis 1759
  Lebensgeschichte

(13. März 1711 Simmershausen – Königshofen 8. April 1759)

Johann Joseph Kessler wurde als ältestes von vier Kindern des Gerichtsassessor Johann Kaspar Kessler in Simmershausen bei Hilders geboren. Obwohl Hilders damals zu Würzburg gehörte, trat er seine Ausbildung bei Johann Neudecker d. J. in Fulda und Hadamar bei Limburg an. Während seiner Lehrzeit kam er unter anderem nach Trier und Fritzlar. Neben Neudecker finden sich in seinem Werk aber auch deutliche Einflüsse des Hadamarer Meisters Martin Volk, die man im Museum Hünfeld direkt vergleichen kann. Um 1742 lässt sich Kesslers Werkstatt in Fladungen annehmen, von wo er 1745 nach Königshofen übersiedelt. Noch im gleichen Jahr heiratet er dort die Kaufmannstochter Anna Margaretha Henckel. Drei Kinder gehen aus der Ehe hervor. Erst 48jährig stirbt Johann Joseph Kessler 1759 an Fieber, mitten aus seiner Arbeit herausgerissen.
Zahlreiche Werke in den Kirchen des Umlandes, aber auch im Schweinfurter Raum lassen sich für den Künstler nachweisen. Reich bewegte Figuren aus Holz oder Stein, dazu ganze Altaraufbauten und Kanzeln bestimmen sein Werk, das mit ornamentalen Formen des Rokoko bereichert wird. In Zusammenarbeit mit dem Baumeister Johann Müller aus Arnstein entstanden Werke in Eltingshausen, Schnackenwerth und Pfersdorf.

Werkverzeichnis (Auswahl):
Museum Hünfeld, Frühwerk 1731, aus der Pfarrkirche Schleid / Alsleben, Hochaltar 1741 / Bad Königshofen, Stadtpfarrkirche, Muttergottes 1742, Hl. Joseph um 1750, Hochaltar 1756-57 (Teile in der Kreisgalerie Mellrichstadt), weitere Arbeiten im Pfarrhaus, um 1755-59, und Hausmadonna um 1750 / Maria Bildhausen, verschiedene Altäre und Figuren, 1743-44 und um 1750, heute in Kleinwenkheim, Reyersbach, Leubach, Leutershausen, Schönau, Unterelsbach, Ebern und Happertshausen (beide Haßberge), Wappen am Konventsgebäude um 1746, Ausstattung im Abteigebäude um 1755 / Salz, rechter Seitenaltar 1745 / Nüdlingen, kath. Pfarrkirche, Hl. Aquilin um 1745-50 (zug.), Kapelle, Hl. Wendelin / Eltingshausen, Altarfiguren 1746 / Eussenhausen, Fassadenfiguren 1746, Hochaltar u. Kanzel 1746-49 / Oberweissenbrunn, Maria mit Kind um 1747-50 / Merkershausen, rechter Seitenaltar 1747, Maria und Joseph-Figuren um 1747-50, Hochaltar 1750-51, Kanzel um 1755-59 / Bad Neustadt, ehem. Karmeliterklosterkirche, Kanzel 1748-50, Annenaltar 1748, Hll. Sebastian und Joseph um 1750 / Simmershausen, linker Seitenaltar 1749 / Brendlorenzen, Hl. Laurentius am Hochaltar um 1750 (zug.) / Mellrichstadt, Stadtpfarrkirche, Hochaltarerweiterung um 1753 / Eyershausen, kath. Pfarrkirche, Hochaltararbeiten um 1755-56 / Münnerstadt, Klosterkirche, Bildhauerarbeiten 1755-58 / Stralsbach, Seitenaltarfiguren 1755-59 (zug.) / Grabdenkmäler in Höchheim (1753) und Kleineibstadt (zug., 1753) / Kleinplastiken in der Kreisgalerie Mellrichstadt, dem Mainfränkisches Museum Würzburg u.a.
  Bedeutung

Wenn Kessler auch nicht die Berühmtheit anderer Rokokobildhauer Süddeutschlands erlangen konnte, gilt seine führende Rolle im nördlichen Unterfranken als unbestritten. Außerhalb der großen Kunstzentren gelegen, findet sich sein trotz relativ kurzer Schaffenszeit umfangreiches Werk überwiegend in Kirchen unserer Region.



 
Lesen

Hans Peter Trenschel, Johann Joseph Kessler. Ein Meister der Barockplastik, Bad Königshofen 1991.
 
 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Lachesis, Kreisgalerie Mellrichstadt
Quelle: schaelow-weber 2006
Maria Immaculata, um 1755, Kreisgalerie Mellrichstadt
Quelle: schaelow-weber 2006
Orte (www.rhoen.de)
Alsleben
Bad Königshofen i. Grabfeld
Bad Neustadt a.d.S.
Brendlorenzen
Eltingshausen
Eußenhausen
Eyershausen
Kleinwenkheim
Leubach
Leutershausen
Mellrichstadt
Münnerstadt
Nüdlingen
Oberweißenbrunn
Reyersbach
Salz
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