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Richard Mühlfeld (Musiker-Klarinettist)
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Richard Mühlfeld wurde als vierter Sohn des Salzunger Stadtmusikus Leonhard Mühlfeld, am 28. Februar 1856 geboren.
Bei seinem Vater und den älteren Brüdern erhielt er ersten Unterricht auf der Violine, dem Klavier und der Klarinette. Schon als Kind und Jugendlicher trat er als Geiger und Klarinettist auf, leitete Proben und arrangierte Stücke. Daneben sang er im Salzunger Kirchenchor.
Mühlfeld war ein Autodidakt auf der Klarinette, hatte sich also im Selbststudium ohne eine offiziell anerkannte Ausbildung mit qualifizierendem Abschluss fortgebildet. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war dies jedoch nichts Außergewöhnliches.
1873 trat er als Geiger in die Meininger Hofkapelle ein, wurde aber auch als Klarinettist eingesetzt.
Nach seinem dreijährigen Militärdienst, den er als Soloklarinettist in der Regimentskapelle leistete, übernahm er 1879 die Erste Klarinette in der Hofkapelle.
Für Mühlfelds weitere musikalische Laufbahn wurde durch das 1880 erfolgte Engagement Hans von Bülows als Intendant der Meininger Hofkapelle die Basis gelegt.
1881 heiratete Mühlfeld die Salzunger Fleischermeistertochter Minna Seyfert, mit der er zwei Kinder hatte.
Herzog Georg II. ernannte Mühlfeld 1883 zum Kammervirtuosen und 1890 zum Musikdirektor.
Von 1884 bis 1896 gehörte Mühlfeld als Soloklarinettist auch dem Bayreuther Festspielorchester an.
1891 lernte er Brahms kennen. Brahms hatte schon aufgehört, zu komponieren. Doch Mühlfelds Spiel brachte ihn dazu, seine letzten Konzerte für die Klarinette Mühlfelds zu schreiben. Die erste öffentliche Aufführung des von Brahms komponierten Klarinettenquintetts 1891 in Berlin bildete den Auftakt für den internationalen Durchbruch des 35-jährigen Klarinettisten. Es folgten Reisen nach Wien und wieder nach Berlin. Ab 1892 unternahm Mühlfeld ausgedehnte Konzertreisen, u.a. auch mit Brahms.
Rund ein Viertel der 34 Konzerte im Jahr 1892 gab Mühlfeld in London., wohin er jährlich zu Konzerten zurückkehrte.
Bis zu seinem unerwarteten Tod 1907 im Alter von nur 51 Jahren blieb er Mitglied der Meininger Hofkapelle.

  Bedeutung

Der Meininger Musiker Richard Mühlfeld setzte um die Wende des 19. zum 20. Jahrhundert neue Maßstäbe in der Musiklandschaft. Richard Wagner hatte ihm bereits im Alter von 22 Jahren eine große Zukunft vorausgesagt.
Seine Bedeutung erlangte Mühlfeld durch die Freundschaft mit Johannes Brahms, der ihn wegen seines süßen Tons "Fräulein Klarinette" nannte. Ihrer Bekanntschaft verdanken wir die neben Mozart bedeutendsten und schönsten Kammermusikwerke mit Klarinette.

Neben seinen vielfältigen Aktivitäten im orchestralen Bereich, der zeitweisen Leitung eines Meininger Männergesangvereins und der Tätigkeit als Klavierlehrer absolvierte Mühlfeld eine bemerkenswerte solistische Karriere.
Sein Bruder Christian, Herzoglicher Kirchenmusikdirektor und akribischer Chronist Meininger Musikgeschichte, listete sämtliche solistischen Auftritte in Kammermusik-und Orchesterkonzerten auf. Innerhalb von 31 Jahren zählte er 645 Konzerte in 138 Orten.
Die Werra-Stadt Meiningen veranstaltete 2007 das Richard-Mühlfeld-Fest, eine gemeinsame Veranstaltung der Meininger Museen und der Deutschen Klarinettengesellschaft e. V.
Im Meininger Museum sind die Original Mühlfeld-Klarinetten zu sehen.






 
Quellen:

Internet
 

 AutorIn Frau Pabst
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