Kontakt Die Redaktion Das Projekt Artikel schreiben
Suchworte
Neidhartshausen: Die "Edlen" von Nithardishusen
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Herrschergeschlecht von Neidhartshausen

Am Westhang des Neuberges oberhalb des Dorfes Neidhartshausen lebte über Jahrhunderte das Herrschergeschlecht der Dynasten (Regent oder kleiner Fürst.) von Nithardishusen. Der Sitz des Geschlechtes war eine Burganlage, von der noch Reste vorhanden sind. Die Dynasten waren ein mächtiges Stammesgeschlecht, sie waren dem Gaugrafen unterstellt und trugen den Titel „Edle Herren“.
Die Besitzungen der "Edlen von Nithardishusen" reichten vom Ulstertal über das Feldatal bis hin zum Rosagrund. Dieses Gebiet sicherten sie mit vier Burgen und weiteren Befestigungsanlagen.
Die Hauptburg befand sich in einer Höhe von 560 Metern am Westhang des Neubergs oberhalb des heutigen Dorfes Neidhartshausen. Die nächstgelegene war die Burg Fischberg auf dem Höhn bei Diedorf. Die nördlichste Burg war die Schöneburg auf dem Schorn bei Oechsen. Eine weitere Burg befand sich auf dem Auersberg bei Hilders.
Zum Herrschaftsgebiet der Edlen von Nithardishusen gehörten auch die Orte Roßdorf, Kaltennordheim und Tann. Ob die in den Orten vorhandenen Wasserburgen damals schon bestanden, ist nicht mehr nachweisbar.
Die Hauptburg auf dem Neuberg war aus Kalk- und Basaltsteinen sowie Buchenstämmen errichtet.
Erstmalig wird die Burg 744 n.Chr. in Verbindung mit einem Erpho von Nithardishusen erwähnt. Die Entstehung der Burg dürfte mit der Einwanderung der Franken in den Grabfeldgau um 450 n. Chr. in Verbindung stehen.
Am unteren Berghang am Ufer der Felda befanden sich Wirtschaftshöfe, die die Anfänge des Dorfes Neidhartshausen gewesen sein dürften, dessen Geschichte eng mit der Burg verbunden ist.
Bedeutsam ist auch der Standort der Burganlage am Westhang des Neubergs. Die Standortwahl war seinerzeit durch strategische und wirtschaftlliche Interessen begründet, was durch den Verlauf der Heer- und Handelswege im Tullifeldgau verdeutlicht wird.
Die sich zunehmend entwickelnden Klosterstifte Fulda, Hünfeld, Rasdorf und Hersfeld verwickelten die Edlen von Nithardishusen in Gebietsstreitigkeiten, die sie in finanzielle Schwierigkeiten brachten, so dass sie 1268 n. Chr. letztmalig erwähnt wurden. Nach dem Niedergang der Dynastie von Nithardishusen übernahmen die Herren von Frankenstein in der Erbfolge die restlichen Gebiete, die die Ländereien im Feldatal in der Zeit von 1317 bis 1327 n. Chr. an das Kloster Fulda verloren.
Mit der Übernahme dieser Ländereien gründete das Kloster Fulda das Amt Fischberg-Dermbach und baute die Burg Fischberg auf dem Höhn bei Diedorf aus. Damit verlor die Burg Nithardishusen an Bedeutung und verfiel.
  Bedeutung

Die Geschichte der "Edlen von Nithardishusen" geht bis in die germanische Zeit zurück, somit dürften die Dynasten von Nithardishusen eines der ältesten Herrschergeschlechter unserer Region sein.
Die regionale Bedeutung des Dynastengeschlechtes v. Nithardishusen zeigte sich auch in den häufig urkundlichen Erwähnungen von 829, 1116, 1136, 1137 sowie 1268 n. Chr.

 
Quellen:

Heimatblätter
 Rhöner Blätter v. 25.09.2004 - Burgen

 AutorIn Frau Gerber
 btn_white_zurueck
 

Orte (www.rhoen.de)
Neidhartshausen
  Kommentar hinzufügen