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Christophine Reinwald, geborene Schiller (Meininger Schwester Friedrich Schillers)
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Elisabethe Christophine Friederike Schiller wurde am 4. September 1757 in Marbach am Neckar geboren. Hier verbrachte das älteste Kind des Ehepaares Elisabetha Dorothea und Johann Caspar Schiller die ersten Lebensjahre. Weitere Lebensstationen der jungen Christophine waren Ludwigsburg und Lorch, bis der Vater, bisher Werbeoffizier, 1776 auf der Solitude bei Stuttgart eine Anstellung als Direktor der herzoglichen Gärtnereien und Baumschulen erhielt. Auch in den folgenden zehn Jahren bestimmten Hausarbeit und Betreuung der jüngeren Geschwister das Leben Christophines. Zu den wenigen Abwechslungen zählten ihre Begegnungen mit der Malerin Ludovike Simanoviz, mit der sie das Interesse am bildnerischen Gestalten teilte. Musisch begabt, betätigte sie sich auch als Autodidaktin im Zeichnen und Malen.
Während seiner Bauerbacher Zeit war der in Wasungen geborene herzogliche Bibliothekar Wilhlem Reinwald die wichtigste Kontaktperson Friedrich Schillers.
So kam es auch zur Begegnung mit Schillers älterer Schwester Christophine, die Reinwald 1786 in Gerlingen bei Stuttgart heiratete.
Das junge Ehepaar siedelte sich in Meiningen an und bewohnte ein Haus am Markt. Christophine sorgte für Nebeneinkünfte, indem sie jungen Meininger Bürgerstöchtern Zeichenunterricht erteilte und Porträts und Stillleben schuf, die sie verkaufte.
Nach dem Tode ihres Mannes am 6. August 1815 gab Christophine Reinwald ihren Meininger Haushalt auf und lebte von 1816 bis 1822 bei ihrer Schwester in Möckmühl sowie in Marbach, Cannstadt und Stuttgart. 1822 reiste sie mit der Meiningerin Luise Heim, Tochter des Geologen und meiningischen Rates Johann Ludwig Heim, durch die Schweiz.
Nach dieser Reise kehrte Christophine Reinwald in die Werrastadt zurück und wohnte bis April 1823 bei Luise Heim. Danach zog sie ins Steinerne Haus in der Anton-Ulrich-Straße und bewohnte 1827 bis 1832 das Adamsche Haus, heute Georgstraße 9.
Ihre letzten 15 Lebensjahre verbrachte sie im Erdgeschoss des Heimschen Hauses. Fast neunzigjährig verstarb Christophine Reinwald am 31. August 1847.

  Bedeutung

Christophine war die Lieblingsschwester des Dichters.
Sie war ihrem Bruder Friedrich Schiller eine verständnisvolle Briefpartnerin und enge Vertraute, die Anteil an seinem literarischen Schaffen nahm.
Auch nach dem Tod ihres Bruders blieb Christophine Reinwald eng verbunden mit seiner Familie.
Ein wichtiger Teil ihres Nachlasses gelangte nach ihrem Tod an Schillers jüngere Tochter Emilie von Gleichen-Rußwurm und wurde von deren Erben zusammen mit dem Schillerarchiv nach Weimar übergeben. Die Überlieferung bezeugt die vielseitigen literarischen und künstlerischen Interessen Christophine Reinwalds.
Ihr eigenes künstlerisches Talent kam im Malen und Zeichnen zum Ausdruck.
Es setzte sich in ihrem Großneffen Ludwig von Gleichen-Rußwurm (1836-1901) fort, der später zu den Vertretern der Weimarer Malerschule gehörte.

Fast zwei Drittel ihres langen Lebens hat Christophine Reinwald in der Stadt an der Werra verbracht.
Auf dem Meininger Parkfriedhof erinnert ein eisernes Grabkreuz an sie.
Am Heimschen Haus (Eckhaus Georgstraße/Klostergasse) wurde eine Gedenktafel angebracht.
Aus Anlass ihres 250. Geburtstages zeigten die Meininger Museen auf Schloss Elisabethenburg die Ausstellung "Theuerste Schwester - Christophine Reinwald, geb. Schiller."
Auch das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar zeigte eine Ausstellung zum 250. Geburtstag von Schillers Schwester, darunter Originalbriefe aus der Korrespondenz mit ihrem Bruder sowie Zeichnungen und Aquarelle.
Neben Blumen- und Früchteaquarellen, die sie besonders gern malte, gab es auch ein Porträt Friedrich Schillers, von ihrer Hand gemalt, zu sehen.



 
Quellen:

Internet
 

 AutorIn Frau Pabst
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Orte (www.rhoen.de)
Meiningen
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