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Dr.h.c. Joseph Vonderau
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Professor Dr. h. c. Joseph Vonderau war ein Fuldaer Lehrer und Heimatforscher.
Als ältestes Kind des Webermeisters und Färbers Damian Vonderau und seiner Ehefrau Margarethe Sybilla Augusta (geb. Bader) wurde er am 2. April 1863 in Fulda geboren.
Vonderau war als Junglehrer 1883/1884 in Langenschwarz und kurz in Stellberg tätig. 1885 kam er an die dompfarrliche Knabenschule (Domschule) in Fulda, wo er 43 Jahre lang bis zu seiner Pensionierung im Jahr1928 wirkte, ab 1901 auch als deren Rektor.
Vonderaus Vorliebe galt der Geschichte, speziell der Erforschung der Vor- und Frühgeschichte seiner Heimat. Angeregt von Bauarbeiten in der Langebrückenstraße in Fulda, bei denen Holzpfähle frühgeschichtlicher Häuser und Tierknochen zutage kamen, begann er selbst mit Ausgrabungen.
Zwischen 1900 und 1906 untersuchte er die prähistorischen Befestigungsanlagen an der Milseburg, wo er bei seinen Ausgrabungen zahlreiche Siedlungsspuren nachweisen konnte. Er entdeckte neben Lanzen- und Pfeilspitzen und anderen Gegenständen aus Eisen vor allem eine Unmenge an Keramikbruchstücken, so dass von einer langanhaltenden Besiedlung der Milseburg ausgegangen werden kann.
Später hat Vonderau für die Siedlungs- und Baugeschichte Osthessens bedeutsame Grabungen am Dom zu Fulda und 1921 – 1922 an der Stiftskirche in Hersfeld durchgeführt. 1926 – 1931 folgten die Ausgrabungen auf der Büraburg.
Viele seiner Ausgrabungen befinden sich in dem nach ihm benannten Regionalmuseum in der Fuldaer Innenstadt, im Gebäude des ehemaligen päpstlichen Jesuitenseminars. Vonderau baute das Museum seit 1897 auf und leitete es bis 1947.
Joseph Vonderau starb im Alter von 88 Jahren am 21. April 1951 in Fulda. Seine letzte Ruhe fand er auf dem dompfarrlichen Friedhof.
  Bedeutung

Joseph Vonderau war ein Pionier der prähistorischen Forschung. Dass es heute möglich ist, die Besiedlung des Fuldaer Landes von der Steinzeit bis zum Beginn der aufgezeichneten Geschichte darzustellen, ist das große Verdienst des Heimatforschers. Seine Ergebnisse fasste er 1899 in der Schrift „Pfahlbauten im Fuldatale“ zusammen. Weitere Veröffentlichungen folgten, zum Beispiel über seine Untersuchungen von Ringwällen in der Region oder Ausgrabungen vorgeschichtlicher Grabstätten. Über die beiden großen Ausgrabungen am Fuldaer Dom in den Jahren 1908 – 1913 und 1919 – 1924 verfasste er ebenfalls zwei Schriften.
Vonderau war Träger des Päpstlichen Ordens „pro ecclesia“ (1925) und bekam 1943 die Goethemedaille für Kunst und Wissenschaft.
Anlässlich des 130. Geburtstages enthüllte der Rhönklub 1993 am Fuß der Milseburg eine Gedenktafel.


 
Quellen:

Unsere Heimat
 Arbeitsbuch für den Sachunterricht / Kreisausschuss des Landkreises Fulda 1998

 AutorIn Frau Pabst
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