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Melchior Vulpius (Lehrer, Kantor und Kirchenkomponist)
(Historische Persönlichkeit)
 
  Lebensgeschichte

Melchior Vulpius wurde 1570 in Wasungen bei Meiningen (Grafschaft Henneberg) geboren.
Er entstammte einer armen Handwerkerfamilie und besuchte die Stadtschule in Wasungen, wo er auch Unterricht von Johannes Steuerlein (Komponist) erhielt. Ab 1588 besuchte er die Schule zu Speyer (Rheinland-Pfalz).
Nach seiner Heirat 1589 erhielt er eine Anstellung am Gymnasium in Schleusingen. Hier hatte er auch geistliche Lieder und Motetten für den Schleusinger Gottesdienst zu schreiben.
Auf die Schleusinger Zeit geht vermutlich die ursprüngliche Fassung der Matthäus-Passion zurück.
Vulpius hatte keine akademische Ausbildung genossen, obwohl dies bei den meisten Kantoren des 16. und 17. Jahrhunderts der Fall war. Trotzdem war er als Schriftsteller und Komponist sehr erfolgreich.
Aus den bescheidenen Verhältnissen in Schleusingen wurde er im Herbst 1596 zum Stadtkantor in Weimar berufen. In diesem Amt, welches er bis zu seinem Tode innehatte, bestimmte er das musikalische Leben des kleinen Residenzstädtchens. Er führte in Weimar von nun an ein wahrscheinlich wirtschaftlich gesichertes Leben.
Melchior Vulpius starb am 7. August 1615 in Weimar und wurde auch hier bestattet.
  Bedeutung

Melchior Vulpius war ein bedeutender frühbarocker Kirchenmusiker, der Kirchenmusik verfasste und veröffentlichte.
Mit fast 200 Motetten und rund 400 Liedern und ähnlichen Stücken hat Vulpius einen wichtigen Beitrag zum Standardrepertoire der Kirchen- und Schulchöre seiner Zeit geleistet und war damit einer der produktivsten lutherischen Komponisten.
Eine seiner bekanntesten Vertonungen ist die für das Kirchenlied "Ach, bleib mit deiner Gnade" zum Text vom Josua Stegmann, das in evangelischen Kirchen oft zum Jahreswechsel und Beschluss des Gottesdienstes gesungen wird.
Mit den etwa 35 ihm zugeschriebenen Kirchenliedmelodien gilt er als einer der erfolgreichsten Melodisten der evangelischen Kirche. Die zahlreichen Neuauflagen und Abschriften seiner Kompositionen sowie die ehrenden Erwähnungen und Empfehlungen im Schrifttum des 17. Jh. begründen eine langanhaltende Popularität und Wertschätzung.

Seine Werke umfassen die Cantiones sacrae (1602 und 1604); Kirchengesänge und geistliche Lieder Dr. Luthers (1604); Canticum beatissimae (1605); Ein schön geistlich Gesangbuch (1609) und die A-Passion nach Matthäus (1612-14).
Das Cantional (eine Liedersammlung) wurde 1646 in Gotha, nach seinem Tod, veröffentlicht.



 
Quellen:

Internet
 

 AutorIn Frau Pabst
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Orte (www.rhoen.de)
Wasungen
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