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Theologe Georg Witzel
(Historische Persönlichkeit)
  1501 bis 1573
  Lebensgeschichte

1501 wurde Georg Witzel in Vacha geboren.
Im Zeitalter der Reformation repräsentierte er den Standpunkt der Vermittlung zwischen mittelalterlicher Frömmigkeit und den Ansprüchen der lutherischen Reformation.

Von 1516/18 besuchte er die humanistisch geprägte Universität Erfurt. Danach wurde er Pfarrschulmeister in seiner Heimat. Er wechselte 1520 nach Wittenberg, wo er Martin Luther, Philipp Melanchthon und Balthasar Fabricius hörte.

Auf Drängen seines Vaters ließ er sich zum Priester weihen. Dem Gelübde der Keuschheit blieb er jedoch nicht treu. Er heiratete eine Eisenacher Bürgerstochter und wandte sich dem Luthertum zu. Er fand eine Anstellung als Vikar.

1525 wurde er Pfarrer in Wenigenlupnitz bei Eisenach. Als der Bauernkrieg ausbrach, verlor er seine Pfarrstelle und floh als Aufrührer verdächtigt, nach Wittenberg. Auf Luthers Empfehlung erhielt er eine Anstellung als Pfarrer in Niemegk. Hier studierte er die Schriften des Erasmus. Er kam zu dem Urteil, dass er selbst andere Ziele verfolgte als Luther – nicht Heilserkenntnis, sondern Kirchenreinigung.
1531 gab er jedoch seine Pfarrstelle auf kehrte zur alten Kirche zurück.

Von Vacha aus veröffentlichte er die ersten seiner mehr als 100 meist theologischen Druckwerke. Seine Streitschriften richteten sich gegen die Wittenberger Reformatoren. In seinen weiteren Schriften forderte er u.a. Katechismusunterricht, Abschaffung der bezahlten Messen, die Zulassung der Priesterehe.

Von 1533 bis 1538 wirkte er in Eisleben als katholischer Prediger. 1541 führte ihn sein Weg nach Fulda. Witzel wohnte fortan zahlreichen Reichstagen und Religionsgesprächen in Regensburg, Speyer und Augsburg bei. 1554 erfolgte die Übersiedlung nach Mainz. 1559 wurde Witzel als Rat Kaiser Ferdinand I. berufen, zudem erhielt er die Würde eines Doktors der Theologie.

Georg Witzel verstarb nach langer Krankheit am 16. Februar 1573 in Mainz.
  Bedeutung

Zusammen mit Balthasar Raid predigte Witzel ab 1522 in Vacha die Lehre Luthers.

1525 wirkte er an der ersten evangelischen Visitation der Kirchengeschichte unter Führung von Jakob Strauß im Raum Eisenach mit. Auch im Amt Vacha führte er neue Priester ein.

Der Einwohnerschaft der nahen Herrschaft Völkershausen wurde der Wunsch nach einem lutherischen Pfarrer verwehrt, worauf die Bauern rebellierten. Damit nahm der Bauernaufstand in Thüringen seinen Anfang.

1541 fand Witzel eine feste Anstellung beim Fürstabt von Fulda. Hier war er tätig für die Reform und die Einheit der Kirche.
Witzel erstellte als Berater des Fuldaer Abts Philipp von Schweinsberg ein Gutachten, das zur Grundlage für die neue Fuldaer Kirchenordnung von 1542 wurde.


 
Lesen

Henze, Barbara
 Aus Liebe zur Kirche Reform
Breul-Kunkel, Wolfgang
 Herrschaftskrise und Reformation
Quellen und Forschungen zur Reformationsgeschichte 71, Heidelberg 2000
 Die Reichsabteien Fulda und Hersfeld ca. 1500-1525
 
Internet

Reformationsgeschichtliche Studien und Texte 133, 1995
 Die Bemühungen Georg Witzels um die Kircheneinheit
Universität Mannheim
 
Allgemeine Deutsche Biographie - Images
 

 
Quellen:

Olaf Ditzel
 

 AutorIn Diana Scheidler
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Ansehen
Georg Witzel
Quelle: www.uni-mannheim.de
Orte (www.rhoen.de)
Fulda
Vacha
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