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Burg Henneberg (Historische Stätte)
  um 1000 bis 1525
 
  Beschreibung

Stammburg der einflussreichen Henneberger

Burg Henneberg lag als mächtige Zwingburg der Grafen von Henneberg auf einem steilen Felsen oberhalb des Ortes Henneberg. Das 1096 erstmals erwähnte Grafengeschlecht, das großen Einfluss im südthüringischen und fränkischen Raum hatte, leitete seinen Namen vermutlich von der zwischen Mellrichstadt und Meiningen gelegenen Stammburg ab. Eine Besiedlung des Schlossbergs ist aber bereits ein Jahrhundert früher nachgewiesen. Die Wehrburg entstand vermutlich um 1000 und kontrollierte in ihrer strategisch günstigen Lage die Straße von Würzburg nach Eisenach sowie den Ortesweg von Römhild bis zum Main. Bis ins 12. Jahrhundert hinein blieb Burg Henneberg, die zusammen mit dem Umland freier Familienbesitz war, der Machtmittelpunkt der Henneberger. In den Auseinadersetzungen mit dem Kloster Fulda und dem Fürstbistum Würzburg um Macht und Besitz spielte sie eine wichtige Rolle.

Aufspaltung und Niedergang

Im 13. Jahrhundert verlagerten die Henneberger ihren Machtmittelpunkt an die untere Schleuse, die Burg diente aber noch als militärischer Kontrollpunkt und Verwaltungssitz.
Mit der Hennbergischen Hauptteilung 1274 spaltete sich das Adelsgeschlecht nach Jahren der gemeinsamen Herrschaft in drei Linien auf. Berthold III. von Henneberg-Schleusingen (1262-1284), ein wichtiger Berater und Stellvertreter des jeweiligen Kaisers, behielt die Henneburg. Der Bauernkrieg 1525 bedeutete für die mittlerweile zu Fürsten aufgestiegenen Nachfahren Bertholds III. einen schweren Machtverlust. Der sogenannte Werrahaufen zwang den Henneberger Wilhelm IV., Forderungen nach einer neuen Agrarverfassung und Verringerung der adligen Macht anzunehmen. Die alten Machtverhältnisse wurden zwar nach der Niederlage der Bauern wieder hergestellt, Burg Henneberg jedoch war zerstört worden. 1583 mit dem Tod des letzten Hennebergers kam der Besitz des Geschlechts an das Haus Wettin.

Mächtige Burgruine

Henneberg ist eine der größten Burgruinen in Thüringen. Noch heute vermittelt die weiträumige Burganlage mit ihrem Wall- und Grabensystem einen Eindruck von ihrer früheren Bedeutung. Die ältesten noch vorhandenen Bauteile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Neben dem Bergfried und den Umfassungsmauern sind noch Reste des Hauptgebäudes, einer Kemenate und der Stallungen zu sehen. Der mächtige Turm im Burghof diente als Verlies. Vom Bergfried aus, der bis zur Höhe von 14m erhalten ist, bietet sich eine herrliche Fernsicht. Die strategisch günstige Lage der Burg lässt sich nachvollziehen, zumal die Hügel im Mittelalter von Bäumen freigehalten wurden. Die Ruine lag zu DDR-Zeiten im Grenzgebiet und wurde erst nach der Wende wieder frei zugänglich. Heute bietet der Club Henneberg Burg-Führungen an und veranstaltet Ritterspiele. Modelle der Burg sind im Hennebergischen Museum Kloster Veßra und im Dermbacher Museum zu sehen.
 
Lesen

Gottfried Mälzer: Die Rhön. Alte Bilder und alte Berichte. Würzburg 1984.
 
 
Internet

Hennebergisches Museum Kloser Veßra
 

 
Quellen:

Schneiders Rhönführer. Offizieller Führer des Rhönklubs. 24. Auflage. Hrsg. vom Rhönklub e.V. Fulda 1997.
 
Konrad Freydank: Thüringen neu entdecken. Natur- Kultur – Geschichte. Fulda 2002.
 
Text von Renate Remde nach Günther Wölfing: Kleine Henneberger Landeskunde.
 
Hans Müller: Thüringen. Landschaft, Kultur und Geschichte im „grünen Herzen“ Deutschlands. [=Dumont Kunst Reiseführer]. Köln 2000.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Burg Henneberg
Quelle: Ausschnitt aus einem Stich aus der Kunstanstalt des Bibliographischen Institutes in Hildbrughausen. Um 1850.
Orte (www.rhoen.de)
Henneberg
Erleben
Museen
Heimatmuseum Dermbach
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