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Deutschordensschloss in Münnerstadt (Historische Stätte)
 
 
Erste urkundliche Erwähnung:empty1257
  Beschreibung

Sitz eines mächtigen Ritterordens

Die ehemalige Kommende (Ordensgebäude) des Deutschen Ordens liegt nördlich der Pfarrkirche und grenzt an den Kirchhof von Münnerstadt. Der fünfeckige Renaissancebau war ursprünglich von einem Wassergraben umgeben. Der Deutsche Orden zog im 13. Jahrhundert in Münnerstadt ein, nachdem die Stadt mit Mauern und steinernen Tortürmen befestigt worden war. Graf Poppo VII. von Henneberg (gestorben 1241/42) hatte dem Orden die Pfarrei Münnerstadt übertragen. Ein eigenes Haus wird 1257 erstmals erwähnt, für 1274 ist ein Komtur urkundlich belegt. Die Ritter des 1199 gegründeten Deutschen Ordens verbanden wie Templer und Johanniter ihr Mönchsgelübde mit dem „Heidenkampf“ und dem Pilgerschutz – sie waren ursprünglich im Heiligen Land tätig. Bald gründeten sie auch im deutschen Gebiet Niederlassungen, die sogenannten Kommenden.

Nutzung für fremde Zwecke

1353 wurde Münnerstadt geteilt und der Deutsche Orden verlor einen Teil seines Besitzes.Bis Anfang des 19. Jahrhunderts wurde die Kommende in Münnerstadt aber noch als Kloster genutzt. Im 18. Jahrhundert war sie zu einer Ringanlage in Wappenform umgestaltet worden. Mit der Säkularisation 1802/03 ging das Deutschordensschloss ans Königreich Bayern über und wurde 1832 zum Verwaltungsgebäude der Finanzbehörde. In der Zeit des Nationalsozialismus richtete der Reichsarbeitsdienst eine Verwaltungsstelle in Haus ein – der rücksichtslose Umgang führte zum Verfall der Bausubstanz. Nachdem zeitweilig eine Likörfabrik im ehemaligen Deutschordensschloss ansässig gewesen war, wurde es von der Stadt übernommen und bis Ende der 60er Jahre renoviert.

Von der Kommende zum Regionalmuseum

Die ehemalige Deutschordenskommende umschließt einen unregelmäßigen fünfseitigen Innenhof. Das reich geschmückte Portal am Treppenturm und der zweigeschossige Erker stammen noch aus dem 17. Jahrhundert, als die Kommende im Renaissancestil umgebaut wurde.
Seit 1969/70 beherbergt der stattliche Bau das seit 1923 bestehende Henneberg-Museum. Dort sind Exponate zu sehen, die eine unmittelbare Beziehung zur Region Münnerstadt haben. In Räumen, die jeweils unter einem bestimmten Motto stehen, werden Exponate zu Themen wie Handwerk, Militärtechnik und Alltagsleben früherer Zeiten gezeigt. Glanzstück des Museums ist die alte Löwenapotheke von Münnerstadt. Das „gotische Zimmer“ ist den Deutschherren als ehemaligen Besitzern des Hauses gewidmet.
 
Internet

mehr zum Henneberg-Museum
 

 
Quellen:

http://www.altstadtverein.de/Projekte/Brunnen/index.html
 
Jürgen Reinhard: Das Henneberg-Museum in Münnerstadt. In: Rhönwacht 1/98.
 
Text von Renate Remde nach Thomas Witter /Günther Wölfing: Auf den Spuren der Henneberger.
 
Josef Willmann: Münnerstadt erwartet den Rhönklub. Stadt im Wandel der Zeit – von der Geschichte geprägt. In : Rhönwacht 1/98.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Deutschordensschloss Münnerstadt
Quelle: Fotografie eines Unbekannten auf http://www.muennerstadt.de/home/cont/henneberg_.htm.
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Henneberg-Museum, Münnerstadt
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