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Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön (Historische Stätte)
 
 
  Beschreibung

Das Kloster Kreuzberg ist seit Beginn des 17. Jhs. das Ziel von Wallfahrern. Die Kreuzbergwallfahrt beruht auf zwei Wurzeln.

Die Pfarrei Bischofsheim unternahm alljährlich mit allen Filialen am Fest Kreuzauffindung (3.5.) eine Flurprozession zu den in ihrem Besitz befindlichen, am Aschberg gelegenen Heufeldern. Dort befand sich eine, durch ein Kreuz gekennzeichnete Station des Flurgangs. Um das Kreuz rankte sich Ende des 16. Jhs. eine Sage: Ein Hirte hatte an der daneben befindlichen Quelle seinen Durst löschen wollen und sich dabei erbrochen. Er erbrach dabei das Sakrament (eine geweihte Hostie) und erblickte in dem Erbrochenen das Kreuz. In Folge sollen an diesem Ort verschiedene Wunder geschehen sein. Deshalb nahmen an der Prozession auch viele Leute teil, die nicht zur Pfarrei gehörten. Bis zum Klosterbau, für dessen Bau die Quelle und ein Teil der Pfarrwiesen vom Bischof an die Franziskaner geschenkt wurden, blieb die Flurprozession bestehen.

Des weiteren begannen unabhängig davon zu Beginn des 17. Jhs. Würzburger Bürger zum Fest Kreuzauffindung (14.9.) private Wallfahrten zur neuen Kapelle und dem Kreuz auf dem Kreuzberg zu unternehmen. In diesen Jahren war überall in der Diözese Würzburg ein gewaltiger religiöser Aufschwung zu spüren, der sich unter anderem in mehreren neu entstandenen Wallfahrten äußerte. Die Wallfahrt aus Würzburg wurde ab 1647 von einer Bruderschaft organisiert und auf Ende August vorverlegt. Um 1700 spalteten sich weitere große, von Bruderschaften getragene Wallfahrten aus dem Süden der Diözese ab, so Ochsenfurt, Arnstein, Thüngersheim.

Ende des 17. Jh. erfuhr die Kreuzverehrung auf dem „Heiligen Berg“ eine legendenhafte Vertiefung und Erweiterung. Seit dieser Zeit wird erzählt, schon der Hl. Kilian habe am Kreuzberg das erste Kreuz aufgerichtet. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Sage nochmals erweitert. Nun heißt es, Kilian habe ein heidnisches Heiligtum zerstört und das Kreuz an dessen Stelle gesetzt. Bis heute haben sich diese aus den Zeitströmungen des Barock und der nationalen Begeisterung des 19. Jhs. zu verstehenden Erzählmotive in Kunst und Liturgie so verfestigt, dass sie allenthalben als historische Wahrheit behandelt werden.
  Bedeutung

Die Wallfahrten auf den Kreuzberg haben bis heute Bestand. Nach wie vor finden die großen, traditionellen Wallfahrten aus dem Süden im Spätsommer und vor allem um das Fest Kreuzerhöhung herum statt. Sie haben die Kreuzverehrung zum Inhalt. Den Wallfahrten aus den Orten um den Kreuzberg haftet noch der Charakter einer Flurprozession an. Sie finden zu beiden Kreuzfesten, im Mai und September statt. Zu diesen gesellten sich in den letzten Jahren neue Wallfahrten, die zumeist eigene, moderne Andachtsprogramme haben.

 
Quellen:

Brückner, Wolfgang, Die Wallfahrt zum Kreuzberg in der Rhön, Würzburg 1997
 

 AutorIn Birgit Schmalz
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Orte (www.rhoen.de)
Bischofsheim a. d. Rhön
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