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Ehem. Servitenkloster und Ruine der Grabkapelle in Mariengart (Historische Stätte)
  1673 bis 1676
 
Erste urkundliche Erwähnung:empty1339
  Beschreibung

Zur Klostergeschichte
Vollkommen abseits in einem beschaulichen Tal stößt man auf den Wölferbütter Ortsteil Mariengart. Bereits 786 als Hersfelder Besitz beurkundet, geht die 1339 erfolgte Gründung des Servitenkloster „Hortus beatae Mariae virginis“ (=Garten der seligen Jungfrau Maria) auf den Ritter Heinrich von Heringen zurück. Als erbliches Lehen der Hersfelder Abtei, doch eingebettet in Fuldaer Besitz, erteilen in diesem Jahr sowohl Abt Ludwig von Hersfeld wie auch der Fuldaer Abt die Erlaubnis zur Klostergründung.
1368 bemühen sich die Mönche mit Erfolg um eine Verlegung des Klosters nach Vacha. Während die meisten Brüder dorthin umziehen, bleiben wenige Mönche zur Bewirtschaftung des Landes in Mariengart. Im Bauernkrieg 1525 zerstört, wird das Kloster aufgehoben und der Besitz 1527 von der Hersfelder Abtei als Lehen an den Landhofmeister Ludwig von Boyneburg zu Lengfeld übergeben. 1650 wird der Besitz an die Familie von Buttlar verkauft.
1673-76 wird an Stelle der Klosterkirche eine Grabkapelle für Kunigunde von Boineburg und Johann Friedrich von Buttlar errichtet, die 1680 durch den Mainzer Weihbischof geweiht wird. Als katholische Kirche ist die Kapelle auf dem besten Weg, eine vielbesuchte Wallfahrtsstätte zu werden, als sie bei Reparaturarbeiten 1704 abbrennt. Der Tod Johann Christoph von Buttlars und Streitigkeiten mit dem hessischen Landgrafen verhindern einen geplanten Wiederaufbau. 1712 verkaufen die Buttlarer Erben den Besitz an Hessen.

Ruine der Grabkapelle
Umgeben von einem ummauerten Kirchhof mit 1988 wieder aufgerichteten, hohen Torbogen, finden sich in Mariengart nicht die Reste des Klosters oder seiner Kirche, sondern die einer späteren Grabkapelle. An das rechteckige Langhaus fügt sich im Osten ein quadratischer, eingezogener Chor, der mit einem flachen Zeltdach überdeckt ist. Ornamentierte Bogenfelder und ein 1676 datiertes Buttlarer Allianzwappen unter dem Kruzifix schmücken das gegenüberliegende Rundbogenportal. Zwei barocke Grabsteine haben seitlich neben der Eingangswand neue Aufstellung gefunden.
  Bedeutung

Malerisch und romantisch verklärt wirkt heute die Kapellenruine am Ortsrand von Mariengart. Als einstiger Klosterstandort des Servitenordens ist sie aber auch historisch von Interesse für die Region. Seit 1986 finden in ihren Mauern unter freiem Himmel regelmäßig Gottesdienste statt.


 
Lesen

Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, München 1998.
 
Heinrich Hahn, Dieter Möller, Die Thüringische Rhön, Fulda 1990.
 
 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Die Ruine der Grabkapelle
Quelle: schaelow-weber 2006
Im Inneren mit Blick zum Chor
Quelle: schaelow-weber 2006
Blick auf die Eingangsseite der Grabkapelle
Quelle: schaelow-weber 2006
Orte (www.rhoen.de)
Mariengart
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