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Evangelische Dreieinigkeitskirche in Dermbach (Historische Stätte)
  1707 bis 1714
 
  Beschreibung

Orts- und Kirchengeschichte
1186 wird „Tirmbach“ erstmals urkundlich erwähnt. Schon früh dient der Ort im Feldatal als Gerichtssitz am historischen Ortesweg. 1214 wird Dermbach von den Grafen von Nithardishusen an die Herren von Frankenstein verkauft, 1317/25 an Fulda. Nach den Hennebergern (1468) und den Herzögen von Sachsen-Weimar-Eisenach kommt der Marktflecken 1707 erneut an Fulda, 1815 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar.
Eine erste Kapelle auf dem heutigen Kirchberg soll bereits 825 durch den Fuldaer Abt Rhabanus Maurus geweiht worden sein. Von der mittelalterlichen Kirche haben sich Reste im Kirchturm erhalten, der aus dem Wehrturm der ehemaligen Burg übernommen worden sein soll.

Baugeschichte und Äußeres
1713 wird eine dem Heiligen Bartholomäus geweihte Kirche wegen Baufälligkeit abgebrochen. Reste dieses Baues konnten im 1707-14 errichteten Neubau wieder verwendet werden. So hat sich die Jahreszahl „1489“ am Westgiebel erhalten. Auch der im Kern spätgotische, evtl. auch schon romanische Westturm wurde weiterverwendet und über der achteckigen Glockenstube mit einer welschen Haube gekrönt. Nun der Heiligen Dreifaltigkeit geweiht, ist der weiß verputzte Kirchenbau durch Eckquaderungen und Rahmungen aus rotem Sandstein farbig akzentuiert. Ein Portal mit gesprengtem Dreieckgiebel sowie ein Ädikulaportal mit Segmentbogen betonen die zum Ortskern weisende Südseite als Eingangsfront. Der untere Raum des Turmes, ehemals als Chor genutzt, dient heute als Zugang zu den Emporen.

Inneres und Ausstattung
Der große Saal wirkt durch seine dreiseitig umlaufenden, doppelten Emporen und die kassettierte, hölzerne Tonne über dem Mittelteil wie dreischiffig. Daran schließt sich östlich ein rechteckiger Chor mit halbrund eingezogener Orgelempore an.
Die reiche Ausstattung stammt überwiegend aus der 1. Hälfte des 18. Jh. Besonders bemerkenswert ist der Kanzelaltar mit darüber liegender Orgel. Dabei ist die Kanzel zwischen den Heiligenfiguren Petrus und Evangelist Johannes eingefügt, nach oben durch eine Kreuzigungsgruppe mit Maria und Maria Magdalene sowie zwei Kriegsknechte an den Seiten abgeschlossen (vgl. den späteren Kanzelaltar in Diedorf). Die Orgel mit neunteiligem Prospekt, 2 Posaune blasenden Engeln und reichem Akanthusrankendekor, ist mit wertvollem historischem Pfeifenmaterial ausgestattet. 2004 wurde das Werk durch die Waltershausener Orgelbau GmbH neu geschaffen. In einer axialen Anordnung fügen sich vor der Orgel und dem Kanzelaltar ein 1754 bezeichnetes Lesepult mit kniendem Engel und Balustrade und der Taufstein (wohl 18. Jh.).
Bemerkenswert ist auch der hölzerne Opferstock von 1685 mit Kerbschnitzerei im Vorraum. Unter den zahlreichen Grabsteinen des 17./18. Jh. fällt besonders das Epitaph des Amtmanns Albert Eberlein von 1723 auf. Ältestes Stück ist aber fraglos ein spätgotisches Abendmahlsrelief (1475) aus der im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Wallfahrtskapelle aus dem nahen Hartschwinden. Farbig gefasst, lässt es sich als ehemalige Predella eines Altares deuten.
  Bedeutung

Sehr gelungen und stimmig wirkt die reiche Ausstattung der Kirche. Besonders die Anordnung von Taufstein, Lesepult, Altar, Kanzel und Orgel in einer Linie prägt das Erscheinungsbild. Doch auch das spätmittelalterliche Abendmahlsrelief lohnt den Besuch.


 
Lesen

Peter Mötzing, Dieter Möller, Dermbach, Fulda 1992.
 
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, München 1998.
 
Lieselotte u. Wolfgang Swietek, Dorfkirchen in Thüringen. Kleine Thüringen-Bibliothek, Erfurt 1992.
 
 
Internet

www.salzungen.elkth-online.de:8001/kirche/dermbach/
 

 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Barocker Epitaph des Conrad Eberlein
Quelle: schaelow-weber 2006
Blick durch den Saalraum zum Chor
Quelle: schaelow-weber 2006
Turm der evangelischen Kirche
Quelle: schaelow-weber 2006
Orte (www.rhoen.de)
Dermbach
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