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Evangelische Kirche in Brunnhardshausen (Historische Stätte)
  1732 bis 1756
 
  Beschreibung

Zur Baugeschichte
Die Jahreszahl 1732 über dem Südportal verrät die Erbauung der kleinen Kirche in Brunnhardshausen. Von einer früheren Kapelle soll dabei die Ostwand der Kirche weiterverwendet worden sein. So haben sich hinter der Orgel noch geringe Reste alter Fresken erhalten.

Lage und Außenbau
Brunnhardshausen liegt, durch eine Talmulde vom katholischen Zella getrennt, ganz eingebettet in die umliegenden Berge. Als Filiale von Neidhardshausen hebt sich die inmitten des Ortes am Bach errichtete Kirche nur leicht durch ihren Dachreiter von den umliegenden Bauten ab.
Die barocke Saalkirche mit ihren rot in Sandstein umrahmten Fenstern und Türen ist weiß verputzt. Ein schwarz verschieferter Dachreiter mit achtseitigem Glockengeschoss und welscher Haube über dem Westgiebel hebt sich den roten Ziegeln des Satteldaches ab. Auf der zur Straße gewandten Südseite erinnert ein Denkmal aus rotem Sandstein zwischen zwei von drei Rundbogenfenstern an die Gefallenen des 1. Weltkriegs. Darüber ist ein reliefiertes Epitaph von 1602 eingefügt, das Margaretha Mai(ihesen) mit ihren drei verstorbenen Töchtern unter dem Kruzifix wiedergibt.

Ausstattung
Das Innere des rechteckigen Saalraumes wird durch eine Tonnenwölbung und eine auf drei Seiten umlaufende Empore geprägt. Diese ist nur an der Westwand doppelt ausgebildet. Gleichzeitig mit dem Neubau entstanden, geben die laut einer Inschrift über der östlichen Tür 1756 von Johann Michael Leyh aus Tann geschaffenen Malereien der Brüstungsfelder die vier Evangelisten, zwölf Apostel, Propheten und Könige als Brustbilder wieder. Nur schlecht erhalten ist die Paradiesdarstellung an der Südempore. Die Malereien des Tonnengewölbes geben Abraham und Isaak, Maria mit dem Jesuskind, Jesus in Garten Gethsemane, als Gekreuzigten und Auferstandenen wieder.
Über dem Kanzelaltar folgt auf der Orgelempore der siebenteilige Schauprospekt der Barockorgel. Seitlich von Hermen und Akanthusranken eingefasst, wird der Mittelteil durch zwei ausgesägte Posaunenengel erhöht.
Während der Dreisitz aus dem 18. Jh. stammt, könnte das Kreuz an der Westwand bereits um 1500 entstanden sein. Interessant ist auch der achteckige Taufstein mit seiner Deckelhaube.
  Bedeutung

Die Kirche von Brunnhardshausen ist die einzige der ehemaligen Superintendentur Dermbach, in der man an den Emporenbrüstungen eine reiche Barockmalerei finden kann. In der heute vergrößerten Superintendentur findet man etwas Vergleichbares auch in Sünna. Spätere Malereien Johann Michael Leyhs finden sich auch in Fambach nahe Breitungen.


 
Lesen

Jürgen Wolter, August Leimbach, Kennst Du die herrliche Rhön noch nicht? Bilder aus der Superintendentur Dermbach, Berlin 1973.
 
Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, München 1998.
 
 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Der Außenbau von Südwesten
Quelle: schaelow-weber 2006
Das Epitaph von 1602
Quelle: schaelow-weber 2006
Der Außenbau von Südosten
Quelle: schaelow-weber 2006
Orte (www.rhoen.de)
Brunnhartshausen
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