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Evangelische Pfarrkirche St. Leo in Bibra (Historische Stätte) |
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1492
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1503
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Beschreibung
Aus der Kirchen- und Baugeschichte 825 wird Bibra erstmals in einer Schenkungsurkunde an Fulda erwähnt. Während 1207 ein erster Pfarrer überliefert wird, folgt die erste Erwähnung einer Pfarrkirche erst 1336. Die heutige Kirche, eine Stiftung von der Würzburger Dompröpste Kilian, Albert und Lorenz von Bibra, wird laut einer Inschrift an der Chorsüdwand 1492-1503 erbaut. Seit etwa 1544 protestantisch, ersetzt 1731 eine doppelte Schweifkuppel mit Laterne das ursprüngliche Satteldach des Turmes. Im Inneren wird 1749 die schlichte Bretterdecke stuckiert.
Der Kirchenbau Die spätgotische Saalkirche ist dem Heiligen Papst Leo geweiht. An das rechteckige Langhaus schmiegt sich östlich zwischen den Nordturm und die Sakristei ein zweijochiger Chor mit 5/8-Schluß und Kreuzrippengewölbe auf Konsolfiguren. Ursprünglich dreischiffig geplant und für eine Wölbung vorgesehen, ist das einschiffige Langhaus heute flach gedeckt. Von den zeitweise eingefügten Emporen haben sich nur die beiden Westemporen erhalten. Spätgotische Wandmalereien des frühen 16. Jh. geben im Chor und an der Langhausnordwand ein Jüngstes Gericht und den Heiligen Christophorus wieder.
Die Werke Riemenschneiders und seiner Werkstatt Die Nähe der Stifter zu Würzburg führt dazu, dass der 1495 zum Würzburger Bischof aufgestiegene Lorenz von Bibra im Jahre 1500 Tilman Riemenschneider mit der Anfertigung von fünf Altären und einem Grabmal für seinen Vater Hans beauftragt. Drei Altäre des Künstlers und seiner Werkstatt sowie das Sandsteinepitaph im Chor haben sich erhalten. Der Kirchenväteraltar im Chorraum gibt im Schrein den Heiligen Papst Leo wieder, die Flügelreliefs stellen die vier Kirchenväter mit Evangelistensymbolen dar, die Bilder der Außenflügel die Heiligen Timotheus, Bonifatius, Burghard und Martin. Der Apostelaltar im Norden ist mit Reliefs von Jesus, Maria und 11 Aposteln geschmückt, die durch gemalte Außenflügel mit dem Evangelisten Markus, den Aposteln Paulus und Petrus sowie den Heiligen Hubertus vervollständigt werden. Der südliche Marien- oder Verkündigungsaltar gibt den Englischen Gruß wieder, auf den Flügeln Reliefs der Heiligen Maria und Elisabeth und gemalte Motive aus dem Marienleben. Als eigenhändige Arbeit Riemenschneiders gilt der Grabstein für Hans von Bibra, der das Würzburg Schaumbergdenkmals in der Marienkapelle wiederholt. Der Heilige Kilian dürfte zusammen mit zwei Flachreliefs (Diakone) zu einem der verlorenen Flügelaltäre gehören.
Die übrige Ausstattung Aus der Erbauungszeit um 1505 stammen auch die steinerne Maßwerkkanzel, der Taufstein und das Sakramentshaus mit reichem Fialenhelm. 37 Grabsteine und Gedenktafeln erinnern überwiegend an Mitglieder der Familie von Bibra, unter anderem gefertigt durch den Meister IH (vgl. Ellingshausen, Meiningen, Nordheim im Grabfeld, Ostheim vor der Rhön) bzw. Meister IE.
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Bedeutung
Die Bibraer Kirche gehört zu den wenigen, künstlerisch herausragenden gotischen Bauwerken der Region. Durch ihre reiche Ausstattung, vor allem die herausragenden Riemenschneiderarbeiten, gehört sie zu den sehenswertesten Kirchen Thüringens. Als Grablege der Herren von Bibra ist sie aber auch historisch von überragender Bedeutung.
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Lesen
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500 Jahre St.-Leo-Kirche zu Bibra. Festschrift, Bibra 1992. |
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Lieselotte u. Wolfgang Swietek, Dorfkirchen in Thüringen. Kleine Thüringen-Bibliothek, Erfurt 1992. |
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Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, München 1998. |
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Internet
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| | AutorIn Schaelow-Weber |
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| Grundriß |
| Quelle: Dehio, Kunstdenkmäler Thüringen |
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| Der Apostelaltar |
| Quelle: Swietek, Dorfkirchen in Thüringen |
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| Blick auf den Chor |
| Quelle: schaelow-weber 2006 |
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