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Evangelische Pfarrkirche St. Marien in Frauenbreitungen (Historische Stätte) |
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1608
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1616
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| | | Erste urkundliche Erwähnung: |  | 1150 |
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Beschreibung
Zur Geschichte von Breitungen Der erst 1950 aus Herrenbreitungen und Breitungen/Werra (1840 Alten- und Frauenbreitungen, seit 1925 Breitungen/Werra) zusammengeschlossene Ort Breitungen reicht in seinen Anfängen weit zurück. Ältester Siedlungsteil ist dabei das 933 urkundlich erwähnte Altenbreitungen am linken Werraufer. Königs- oder Frauenbreitungen wird erst 1137 als Sitz eines fränkischen Königshofes erwähnt. Im 12. Jh. wird ihm Marktrecht erteilt. Als jüngste Siedlung bildet sich das spätere Herrenbreitungen um eine zum Königshof gehörende Burg am gegenüberliegenden Ufer (1183 Burcbreitungen).
Aus der Kirchen- und Baugeschichte Schon in frühmittelalterlicher Zeit soll in Frauenbreitungen eine Mainzer Urpfarre bestanden haben. Um 1150 wird hier das Prämonstratenser-Chorfrauenstift gegründet. Deren Kirche könnte evtl. am Standort der alten Kirche errichtet worden sein. 1525 weitgehend zerstört, wird das Stift 1528 aufgelöst. 1583 an Sachsen übertragen, gehört Frauenbreitungen seit 1680 zum Herzogtum Sachsen-Meiningen. Die Klosterkirche wird Anfang des 13. Jh. durch einen Neubau ersetzt, von dem sich Teile im Westturm erhalten haben. 1608-16 wird das Kirchenschiff durch einen nachgotischen Neubau ersetzt, der 1908 und 1912 umgebaut wird.
Der Kirchenbau und seine Ausstattung An das einschiffige Langhaus mit Satteldach fügt sich östlich der gerade schließende, etwas eingezogene Chor. Ein annähernd quadratischer Turm mit romanischen Biforien und drei verschieferten Fachwerkobergeschossen (1687) wird durch eine geschweifte Haube mit Laterne gekrönt. Nachgotische Maßwerkfenster und das spitzbogige, profilierte Westportal gehören der Umbauphase des frühen 17. Jh. an. Der Saalraum wird durch eine Kassettendecke, der Chor mit Kreuzrippengewölben überdeckt. Dreiseitig umlaufende, zweigeschossige Emporen aus der Bauzeit zeigen an den unteren Brüstungen alt- und neutestamentliche Bilder von Moses bis zum Jüngsten Gericht. Der Schrein eines spätgotischen Schnitzaltars enthält eine Mondsichelmadonna zwischen den beiden Heiligen Barbara und Katharina, in der Predella eine Anbetung der Könige. Die geöffneten Flügel geben Reliefs mit Motiven des Marienlebens (Tempelgang Mariae und Geburt Christi, Hochzeit Mariens und Verkündigung) wieder, die Bilder der Außenseiten Passionsdarstellungen (Letztes Abendmahl und Einzug in Jerusalem, Garten Gethsemane und Geißelung Christi). Als Vorlagen dienten dabei teilweise Werke von Albrecht Dürer, die Geburt Christi geht auf Martin Schongauer zurück. 1518 auf der Rückseite datiert, dürfte der Flügelaltar in einer fränkischen Werkstatt entstanden sein. Prachtvoll ist auch der farbig gefasste und mit Renaissancemotiven verzierte, achteckige Taufstein von 1617. Die mit Intarsien geschmückte Kanzel ist eine Arbeit von Michael Güth (1616).
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Bedeutung
Wenn sich auch keine Spuren des einstigen Prämonstratenserinnenstiftes erhalten haben, so lohnt sich dennoch ein Besuch in der Frauenbreitunger Marienkirche. Neben ihrer einheitlichen Ausstattung mit seltenen Emporenbildern stellt der spätgotische Flügelaltar einen letzten Bezug zum einstigen Kloster dar.
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Lesen
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Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, München 1998. |
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Lieselotte u. Wolfgang Swietek, Dorfkirchen in Thüringen. Kleine Thüringen-Bibliothek, Erfurt 1992. |
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Georg Piltz, Kunstführer durch die DDR, Leipzig-Jena-Berlin, 4. Auflage 1973. |
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| | AutorIn Schaelow-Weber |
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| Blick durch den Saalraum zum Chor |
| Quelle: schaelow-weber 2006 |
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| Der spätgotische Flügelaltar von 1518 |
| Quelle: schaelow-weber 2006 |
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| Blick auf die Kirche |
| Quelle: schaelow-weber 2006 |
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