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Evangelische Stadtkirche in Stadtlengsfeld (ehem. St. Margareta) (Historische Stätte)
  1780 bis 1790
 
  Beschreibung

Zur Geschichte und Baugeschichte
Im Tal der Felda gelegen, wird Langhsuelt oder Legesvelt 1155 erstmals urkundlich erwähnt. Die Herren von Lengesvelt werden 1136-1239 als Hersfelder Ministeriale bezeichnet. 1235 gelangt die Lengsfelder Burg in den Besitz der Herren von Frankenstein, die Stadt 1326 an Fulda. 1523 kommt Stadtlengsfeld an die Herren von Boineburg, 1816 an Sachsen-Weimar-Eisenach.
1141 wird erstmals eine Kirche erwähnt. Um 1520/30 wird von einem Umbau berichtet. Seit 1536 protestantisch, wird die Kirche 1538 entsprechend als Predigtkirche umgebaut. 1780 wegen Baufälligkeit abgebrochen, entsteht die heutige Kirche bis 1790 neu. Dabei wird der im Kern romanische Turm mit spätgotischen Bauteilen übernommen. Bei einer Renovierung 1961 wird der Kanzelaltar von 1790 beseitigt und der Altarraum wieder freigelegt.

Der Außenbau
Oberhalb der Stadt auf dem Kirchenberg erhebt sich die große, spätbarocke Stadtpfarrkirche aus rotem, ursprünglich verputztem Hau- und Bruchsteinmauerwerk. Eckpilaster mit profilierten Gebälkstücken fassen den Kirchenbau zusammen, der mit einem Mansarddach und paarweise übereinander liegenden Fenstern mit flachen Segmentbögen gestaltet ist. Durch die Hanglage wirkt die dreigeschossige Westseite mit ihrem über eine Treppe erreichbaren Rechteckportal noch imposanter.
Der östlich vorgelagerte Chorturm mit romanischen Rundbogenfenstern und Biforien mit Würfel- und Blattkapitellen gehört zu den ältesten Steinbauten der Region. Ganz verschiefert ist das aufgesetzte Glockengeschoß mit gestuftem Haubendach, Laterne und Schweifkuppel.
Ein 1967 von Waldo Dörsch aus Oberweid geschaffener Gedenkstein aus zwölf ineinander gesteckten Kreuzen mahnt neben der Kirche an die Opfer des Krieges und der Gewalt.

Das Innere und die Ausstattung
Das Innere der Kirche ist als großzügiger Saalraum mit flacher Voutendecke und doppelten Emporen konzipiert, an den sich östlich der Altarraum anfügt. Die spätgotischen Rippen des Sterngewölbes ruhen auf Diensten, von denen drei als Maskenkonsolen gestaltet sind. Wie der gekehlte und profilierte Triumphbogen entstanden sie um 1520.
Ein Taufstein des 16. Jh. mit kelchförmigem Becken ist mit Blattornament verziert. Der bekannte Orgelbauer Johann Markus Oestreich aus Oberbimbach bei Fulda schuf 1793 den mit Blattrankenwerk verzierten, monumentalen Orgelprospekt in für ihn typischer Weise.
  Bedeutung

Der spätbarocke Kirchenbau weist in seiner Architektur bereits deutlich auf den beginnenden Klassizismus, den man auch als Zopfstil bezeichnet. Der eher schlichte Innenraum wird dabei durch den „Oestreich-Prospekt“ des bedeutendsten Vertreters dieser hessischen Orgelbaufamilie bereichert. Sonst ist es vor allem der Kirchturm mit seinen gekuppelten Bogenfenstern und den romanischen Säulchen, die das Interesse verdient.


 
Lesen

Georg Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler Thüringen, München 1998.
 
Jürgen Wolter, August Leimbach, Kennst Du die herrliche Rhön noch nicht? Bilder aus der Superintendentur Dermbach, Berlin 1973.
 
Reisehandbuch Thüringer Wald und Randgebiete, Berlin-Leipzig 5. Auflage 1989.
 
 
Internet

www.members.aol.com/grehm/orgel_1.html
  (zur Orgel)
www.salzungen.elkth-online.de:8001/kirche/stadtlengsfeld/
 

 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Blick vom Friedhof auf die Kirche
Quelle: schaelow-weber 2006
Das Denkmal für die Kriegsopfer von Waldo Dörsch
Quelle: schaelow-weber 2006
Blick auf die Eingangsfront
Quelle: schaelow-weber 2006
Orte (www.rhoen.de)
Stadtlengsfeld
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