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Gelbes Schloss in Tann/Rhön (Historische Stätte) |
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1693
bis
Gegenwart
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Beschreibung
Mittelalterliche Burganlage in Tann
Das Gelbe Schloss ist Teil eines größeren Gebäudekomplexes der Herren von und zu der Tann, zu dem auch das Rote und das Blaue Schloss gehören. Der Name von der Tann ist seit dem 12. Jahrhundert nachweisbar. 1232 wird Simon von der Tann als Angehöriger des Geschlechts genannt. Bereits im hohen Mittelalter gab es in Tann eine Burg in strategisch günstiger Lage an einem Steilhang oberhalb des Flusses Ulster. Sie war mit Mauer, Graben und einem rund 4,50 tiefen, noch heute sichtbaren Zwinger gesichert, über den auf der Stadtseite eine Zugbrücke führte. Die staufische Burg bestand ursprünglich wahrscheinlich nur aus einem mehrgeschossigen Wohnturm; als die Familie von der Tann wuchs, entstanden innerhalb des Burgkomplexes mehrere Wohngebäude. Es entwickelte sich eine Ganerbenschaft, das heißt die unterschiedlichen Linien der Familie lebten innerhalb einer Burganlage mit mehreren separaten Ansitzen.
Umgestaltung zum Renaissance-Schlosskomplex
Die Herren von der Tann waren Lehnsleute des Klosters Fuldaund standen zeitweise als Hofmarschälle im Dienst der Fürstäbte. Seit dem 16. Jahrhundert war die Herrschaft Tann reichsfrei. Anfang des 16. Jahrhunderts begann die Umgestaltung der romanisch-gotischen Burg zu einem Schlosskomplex im Renaissancestil. Die Brüder Eberhard, Alexander und Christofel von der Tann versuchten, die alten Gebäude zusammenzufassen und eine geschlossene Hofumbauung zu erreichen. In den 1680er Jahren wurden der Nord- und der Ostflügel vollendet. Das Gelbe Schloss entstand erst ein Jahrhundert später nach Abbruch eines alten Flügels und des westlichen Teils der Burgmauer. 1693 ließ Heinrich von der Tann den Grundstein für das mächtigen dreiflügelige Gebäude legen – nach 16 Jahren Bauzeit war das Gelbe Schloss mit rund 7 000 m³ massivem Mauerwerk und einer umbauten Fläche von 25 000 m³ vollendet.
Schlichte Fassade, üppige Innenausstattung
Der Entwurf für den gewaltigen Bau stammt von Johann Mützel (1674-1717), einem Architekten aus dem Herzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Das Gelbe Schloss mit seinen blockhaften Formen und der zurückhaltend gestalteten Fassade ist Teil einer Kette barocker Schlossbauten, zu der auch die thüringischen Residenzen in Meiningen und Gotha gehören. Der relativ schlichten Außengestaltung mit vortretenden Teilen am Mittelbau und einem flachen Walmdach steht die reiche barocke Innenausstattung, ins Besondere der Treppen, Türen und Decken, gegenüber. Bemerkenswert ist die schwere Stuckdecke im Ahnensaal, ebenso wie die Leinentapeten, Kronleuchter und Eisenöfen in den verschiedenen Zimmern. Auch Einrichtungsgegenstände aus der Renaissance- und Barockzeit sowie eine Sammlung von ca. 150 Porträts aus dem 16.-19. Jahrhundert sind erhalten. Der Schlosskomplex wird noch heute von der Familie von der Tann bewohnt, einige Räume des Gelben Schlosses können aber bei Führungen besichtigt werden.
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Lesen
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Wir in Tann. 800 Jahre Stadtgeschichte. Hrsg. v. Joachim S. Hohmann. Hünfeld 1997. |
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Internet
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 | Erwin Sturm: Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes. Bd. I. und II. Fulda 1962/71. | | | |
 | Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. München/Berlin 1982. | | | |
| | | AutorIn Anne Krenzer |
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| Tann mit dem Gelben Schloss |
| Quelle: Stich von C. Schule nach Mariane Arnold. 1803. |
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