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Jagdschloss Fasanerie Hermannsfeld (Historische Stätte)
  18. Jh. bis Gegenwart
 
  Beschreibung

Schloss der Herzöge von Sachsen-Meiningen

Jagdschloss Fasanerie östlich von Hermannsfeld diente einst den Herzögen von Sachsen-Meiningen als Jagd- und Sommerhaus. Herzog Georg I. von Sachsen-Meiningen (1782-1803) ließ den schlichten klassizistischen Bau mit seinen zwei Eckpavillons um 1790 erbauen. Bereits im 16. Jahrhundert, als das Gebiet mit dem fischreichen See und den üppigen Laubwäldern noch den Grafen von Henneberg gehörte, war das Waldstück östlich von Hermannsfeld als „Neuer Tiergarten“ bezeichnet worden. Seit der „Tiergarten“ 1680 an das neu gegründete Herzogtum Sachsen-Meiningen gefallen war, wurden dort Jagden veranstaltet. Nach der Errichtung des Schlosses und einer Fasanerie ging die herzogliche Familie im ehemalige „Neue Tiergarten“ ihren Vergnügungen nach und veranstaltete dort aufwendiger Feiern.

Vom fürstlichen Haus zum Ausflugsziel

In der napoleonischen Zeit litt Schloss Fasanerie unter Einquartierungen und finanziellen Schwierigkeiten; im Zusammenhang mit den Befreiungskriegen zogen 1813 russische Kosaken plündernd durchs Werratal. Erst unter Herzog Bernhard II. erlebte das Gelände ab 1821 eine neue Blüte als Jagd- und Ausflugsgebiet. Der prächtige Laubwald und seine Umgebung wurden zum Naturpark, wo Fasane, Rot- und Dammwild in Gehegen gehalten wurden. Vermutlich nach der Revolution von 1848 machte der Herzog den Park auch der Öffentlichkeit zugängig. In den 1860er war das Schloss bereits ein beliebtes Ausflugsziel mit Gaststätte geworden. Unter Herzog Georg II. (1866-1914) erlebte die Fasanerie ihre Glanzzeit und brachte zahlreiche seltene Arten hervor. Fasanenmeister Ernst Kunzius, der seit 1887 die Verwaltung inne hatte, ließ neue Zuchtanlagen für diverse Tierarten und zwei Ententeiche angelegen. Als die Herzöge 1918 abdankten, ging das Gelände an die thüringische Landesregierung über, Schloss und Parkanlage verfielen allmählich.

Vom Militärgelände zum Infozentrum und Restaurant

Nach dem Zweiten Weltkrieg diente Schloss Fasanerie als Heim für Flüchtlinge, Vertriebene und elternlose Kinder. Die Demarkationslinie und spätere Grenze verlief nicht weit von Fasanerie entfernt, so dass zunächst die Rote Armee, später die DDR-Grenzpolizei und Reservetruppen dort einzogen. Aus dem Park- und Schlossgelände entstanden Gebäude des Militärs, Gräben, Befestigungen und ein Appellplatz. Außerdem wurde Fasanerie seit den 60ern für diverse zivile Zwecke genutzt: als Wohnraum, Schulgebäude der Polytechnischen Oberschule Henneberg, Vereinsraum und Turnhalle. Nach Schulauflösung 1977 stand das Schloss weitgehend leer und konnte nur auf Initiative einiger Bürger vor dem Verfall bewahrt werden. Nach der Wiedervereinigung wurde Fasanerie von der Gemeinde Hermannsfeld und ab 1997 von der neu gegründeten Gemeinde Rhönblick mit EU-Unterstützung saniert. Zeitweise beherbergte die Fasanerie eine Informationsstelle des Biosphärenreservats Rhön und eine Gastwirtschaft mit Rhöner Naturküche. Aktueller Pächter ist der gemeinnützige Verein "Projekt 50".
 
Internet

Jagdschloss Fasanerie online
 

 
Quellen:

Michael Pasdzior/Stefan Waldmann: Die Rhön. Hamburg 1998.
 
http://www.jagdschloss-fasanerie.de
 
1219 Jahre Geschichte der Fasanerie. Zusammengestellt von Horst Jäger und Ulrike Lilienbecker. [Informationsblatt der Jagdschloss Fasanerie Betriebs GbR].
 
Schneiders Rhönführer. Offizieller Führer des Rhönklubs. 24. Auflage. Hrsg. vom Rhönklub e.V. Fulda 1997.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Schloss Fasanerie Hermannsfeld
Quelle: Fotografie eines Unbekannten auf http://www.jagdschloss-fasanerie.de.
Orte (www.rhoen.de)
Hermannsfeld
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