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Katholische Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Bad Neustadt (Historische Stätte)
  1793 bis 1836
 
  Beschreibung

Von den Anfängen zum heutigen Bau:
Eine erste Kirche dürfte 974 entstanden sein. Dieser wurde um 1050 mit Chorturm versehen und überbaut. 1300 zur Pfarrkirche erhoben, wurde sie 1352 erweitert und gotisch umgestaltet. Die 1983 ergrabenen Fundamentreste sind nördlich der Kirche sichtbar.
Die beengten Verhältnisse führten 1793 zum Abbruch der Kirche, an deren Stelle ein klassizistischer Neubau errichtet wurde. Nach Plänen des Würzburger Hofarchitekten Alois Geigel († 1800) bzw. ab 1801 des Hofarchitekten Andreas Gärtner entstand der Neubau trotz zum Teil mehrjährigen Unterbrechungen durch Kriegswirren und Geldmangel (besonders 1808-32). Die finanzielle Unterstützung des Bayernkönigs Ludwig I ermöglichte 1834 die Fertigstellung. Der Innenausbau schloss sich 1834-36 an (Pläne von Kreis-Ingenieurs Mattlehner und dem Würzburger Bildhauer Andreas Halbig), die Schlussweihe durch die Bischöfe von Würzburg und Fulda erfolgte am 10. August 1836 zu Ehren Mariä Himmelfahrt. Die heutige Ausstattung geht überwiegend auf eine Restaurierung 1955-1957 zurück, bei der die früheren Altäre entfernt wurden.

Beschreibung:
Äußerlich schlicht wirkt der Bau von längsrechteckigem Grundriss, der durch eine Abfolge aus Lisenen und elf großen Segmentbogenfenstern gegliedert wird. Ungewöhnlich, aber baulich bedingt ist die Westausrichtung der Kirche. Über dem östlichen Haupteingang (Bronzeportal 1966 von Ludwig Bossle, Schweinfurt: oben Moses am brennenden Dornbusch, links der Lebensbaum) erhebt sich ein 56 m hoher, dreigeschossiger Kirchturm mit Spitzhelm.
Das Innere der dreischiffigen Halle wird beherrscht durch eine Abfolge aus acht mächtigen, korinthischen Säulenpaaren, zum Chor und Eingang hin auch gekuppelt, das Mittelschiff schließt nach oben mit einem Spiegelgewölbe. Das westliche Chorquadrat wird beherrscht von einem Kranz aus acht Säulen um eine flache Spiegelkuppel.

Ausstattung:
Die Ausstattung ordnet sich der klassizistischen Architektur unter. Der marmorne Altar, Ambo und Priestersitz entstanden 1956, 1957 folgte der Tabernakel des Würzburger Goldschmieds Josef Amberg, den bronzenen Hängekruzifixus schuf der Neustädter Bildhauer Lothar Bühner 1975 bzw. 1989. Der barocke Kreuzweg wurde 1870 in Bamberg angekauft. Ein Josefsaltar (1958 von Franz Martin) und das Mahnmal für die Weltkriegsopfer mit schöner Rokoko-Pieta (1761 aus der Schule Johann Joseph Kesslers) finden sich an der Westwand des Chores, die Tragemadonna um 1770 südlich vor dem Chor, zwei große Barockbilder unbekannter Maler – Ankündigung der Geburt des Herrn, Feuerprobe der Hl. Elisabeth – an den Seitenwänden. In Eingangsnähe haben die Figuren der Hl. Rita (Fleck 1941) bzw. Hl. Konrad von Parzham (Ludwig Sonnleitner, Würzburg, 1940) Aufstellung gefunden.

  Bedeutung

Die Kirche stellt besonders in ihrem Inneren ein gelungenes, in Deutschland seltenes Beispiel einer klassizistischen Kirche dar, deren Wirkung vor allem durch ihre mächtigen Säulen hervorgerufen wird.



 
Lesen

Mehl Heinrich, Kirchen und Kapellen in Rhön-Grabfeld, Fulda 1979.
 
Benkert, Ludwig, Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt, (Heimat-Jahrbuch Rhön-Grabfeld 1995), S. 252-261.
 
Dehio, Georg, Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler Bayern I: Franken, München 2. Auflage 1999.
 
 AutorIn Schaelow-Weber
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Ansehen
Innenansicht
Quelle: schaelow-weber 2005
Kruzifix von Lothar Bühner
Quelle: schaelow-weber 2005
Blick über den Marktplatz zur Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt
Quelle: schaelow-weber 2005
Orte (www.rhoen.de)
Bad Neustadt a.d.S.
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