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Kloster Sinnershausen (Historische Stätte)
 
 
  Beschreibung

Sinnershausen hieß ursprünglich Syndeloshusen und wechselte im Laufe der Jahre in Namensformen wie zum Beispiel: 1325 Sindelashusen, 1489 Sindreßhausen, 1502 Sondershusen.

Über die angebliche Gründung des Klosters ist folgende Sage entstanden:
Ein hennebergischer Graf soll im Streit über Jagdgrenzen einen Ritter mit eigener Hand erschlagen haben.
Als Sühne für diese Tat habe er in Rom vom heiligen Vater Begnadigung erhalten
und auferlegt bekommen, an der Stelle der Freveltat ein Kloster zu errichten und darin seine Sünde zu büßen. Den ersten Stein dazu solle er von Rom selbst in die Heimat tragen.
Der Graf habe wie ihm befohlen, das Kloster „Sünderhaus“ (oder „Sünderlos“ genannt), gebaut und beschlossen, darin als Mönch sein Leben zu verbringen.

Die Geschichte des Klosters
Die Gründung des Wilhelmiterklosters, auch unter dem Namen Kloster Rosenthal bekannt, erfolgte wahrscheinlich im Jahre 1292 / 93 durch den Ritter Gottfried von Katza für ca. 12 Mönche.
Vermutlich wegen des Wiederauflebens heidnischer Bräuche wurde das Kloster am Fuße des Gotteskopfes zur Abwehr des "heidnischen Spuks" gegründet.

Der Gründer ist vermutlich durch eine Steinfigur des 14. Jahrhunderts in einer Mauernische an der Ostseite des Gebäudes dargestellt.
Bereits im Jahre 1297 wurde das Kloster Sinnershausen mit dem Gericht Friedelshausen vom Bistum Würzburg als Burglehen an Graf Berthold von Henneberg verkauft.
Das Kloster Rosenthal war in Folge seiner Bestimmungen seines Gründers als Mönchenkloster eingerichtet und mit Eremiten nach der Regel des heiligen Wilhelms besetzt worden, stand deshalb nach Außen unter der Inspektion des Bischofs von Würzburg und im Inneren unter einem Prior.
Das Kloster war von einer Mauer umgeben. Die Klostergebäude, nahe dem jetzigen oberen Tor, sollen einen kleinen Hof, die Wirtschaftsgebäude nahe dem unteren Tore, einen größeren Hof umschlossen haben. Östlich lag die Mühle, westlich Schafstall und Schäferhaus und südlich daneben, dass Brauhaus. Die eigentlichen Klostergebäude waren im gotischen Stil und wie aus den Mauerresten zu schließen ist, aus Basalt erbaut worden.

Sinnershausen hat in seiner Geschichte zwei Perioden erlebt. Bis zum Bauernkrieg war der Ort Kloster, danach ein Wirtschaftsgut. Die aufrührerischen Bauern vertrieben den Prior samt den Conventualen und verheerten das Kloster durch Feuer. Nur der kleine Seitenbau mit den Refektorium (Speisesaal), einige Wände des Mönchenhauses und der Kirche mit dem Weihkessel blieben übrig.
Die Grafen von Henneberg zogen in die Klostergüter ein. Finanzieller Mangel ermöglichte keinen Wiederaufbau.
Über mehrere Jahre hinweg wechselten die Besitzer der Liegenschaft und deren Willen entsprechend auch der Stil der Baulichkeiten und Ausstattungen. Das jetzige „Herrenhaus“ wurde vermutlich um die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut.
Als letzter Besitzer erwarb 1918 Konrad von Hausmann, Generalmajor aus Berlin das Gut Sinnershausen, dieser starb 1923 und seine Witwe, Laura von Hausmann geborene Engelhorn übernahm das Anwesen. Sie verkaufte es im Jahre 1943 an Georg Hausmann zu Veckenstedt 1945 erfolgte auf Grund des Gesetzes der Bodenreform im Lande Thüringen die Enteignung der von Hausmanns. Somit ging das Schlossgebäude ins Eigentum der Gemeinde Hümpfershausen über. Während der Zeit von 1946 bis 1989 wurde das Haus als Kindergenesungs- bzw.Kinderkurheim genutzt.


  Bedeutung

1562 belehnten die Grafen von Henneberg Philipp Schenk zu Schweinsberg, Amtmann v. Kaltennordheim, Sand und Wasungen mit den Gebäuden, welcher diese neu errichten ließ.
Durch Erbgang und Kauf kamen die Gebäude an die Gemahlin des Herzogs Bernhard I. v. Sachsen-Meiningen, Eleonore. Diese, ihr Sohn und die diesem nachfolgende Familie Hinkeldey gestalteten Gärten, Anlagen und Gebäude nach französischem Geschmack aus. Das ganze bekam den Ausdruck einer Residenz im französischen Stil.

In Sinnershausen wurde 1805 der preußische Generalpolizeidirektor Karl Ludwig Friedrich von Hinkeldey geboren, der zwar seit 1848 alle demokratischen Bewegungen in Berlin niederzuhalten versuchte, sich aber auch um den Aufbau der Berufsfeuerwehr, der Straßenreinigung und der Armenfürsorge verdient machte.

Heute befindet sich ein Jugendausbildungs- und Begegnungszentrum der Thüringer Jugendfeuerwehr mit Übernachtungsmöglichkeit im Schloss Sinnershausen.



 
Lesen

Dr. Hans Patze
  Handbuch der historischen Stätten Deutschlands - Thüringen
Armin Hepp
  Roßdorf vor der Rhön
 
Quellen:

Internet
 

 AutorIn Frau Pabst
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Orte (www.rhoen.de)
Hümpfershausen
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