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Ruine Bodenlaube bei Bad Kissingen (Historische Stätte)
  nach 1151 bis 1525
 
  Beschreibung

Ein Minnesänger als Burgherr

Die Gipfelburg Bodenlaube thronte einst von einer hohen Ringmauer, Wall und Graben umgeben auf einer Anhöhe südöstlich von Bad Kissingen. Der bekannteste Burgherr war der Minnesänger Otto I. von Henneberg-Botenlauben (um 1175-1244), der die Burg 1190 erbte und sich der Mode seiner Zeit entsprechend nach ihr benannte. Er lebte dort mit seiner Frau Beatrix, einer Tochter des Vizekönigs von Jerusalem, die er als Kreuzfahrer geheiratet hatte. Burg Botenlaube entstand vermutlich nach 1151, nachdem Ottos Vorfahren, die Henneberger Grafen, in den Besitz verschiedener Lehen und wohl auch des Burgbaurechtes gelangt waren.

Umbauten und Besitzerwechsel

Auf die Errichtung eines Turms mit Wohnhaus in der Mitte des 12. Jahrhunderts folgten zahlreiche Neu- und Umbauten. Unter Poppo VI. von Henneberg (1159-1190) entstand das Hauptgebäude (Palas) und Wohnungen für die Burgleute. Otto I. von Botenlauben ließ Gebäude in der Südburg, Pferdeställe, ein Zugbrückenhaus und das Torhaus der Vorburg errichten. Otto bewohnte Bodenlaube bis zur Gründung des Klosters Frauenroth wenige Jahre vor seinem Tod, dann übergab er sie dem Hochstift Würzburg. Die Würzburger Fürstbischöfe vergaben die Burg als Lehen oder Pfand, ab 1521 wurde sie würzburgischer Amtssitz. Ihr Gesicht veränderte nicht nur durch Umbauten, sondern auch durch die Verwüstung in einer Fehde Ende des 14. Jahrhunderts.

Untergang im Bauernkrieg

Während des Bauernkriegs 1525 gehörte Bodenlaube einem Lehnsmann des Würzburger Bischofs, der sie zunächst gegen den Auraer Haufen verteidigen konnte. Dass die Gipfelburg schließlich doch eingenommen wurde, geht der Sage nach auf die Mithilfe eines verräterischen Koches zurück. Bodenlaube wurde zerstört und nicht wieder aufgebaut. 1840 wurde in der Nähe der Ruine ein elegantes Wirtschaftsgebäude errichtet, wo Abbildungen an Otto von Botenlauben und Beatrix erinnerten. Heute sind von der Burg noch die Reste zweier Bergfriede, Wall, Graben und Umfassungsmauer erhalten. Festspiele mit Rittern, Sängern und Gauklern erinnern jährlich an die Bedeutung Botenlaubes im Mittelalter.
 
Lesen

Gottfried Mälzer: Die Rhön. Alte Bilder und alte Berichte. Würzburg 1984.
 
 
Internet

Hennebergisches Museum Kloser Veßra
 
mehr über Burg Bodenlaube
 
Otto von Botenlauben in der Heidelberger Liederhandschrift
 

 
Quellen:

Text von Renate Remde nach Thomas Witter/Günther Wölfing: Auf den Spuren der Henneberger.
 
Archiv des Rhönklubs.
 
HB-Kunstführer. Fulda und die Rhön. Hamburg 1994.
 
Günther Wölfing: Geschichte des Henneberger Landes zwischen Grabfeld, Rennsteig und Rhön. Ein Überblick. Hildburghausen 1992.
 
www.rhoenline.de, Autor: Erich Schnepf
 
Hans Kleiner: Burgenland Rhön. Mittelalterliche Militärbauten unserer Heimat. Rhönwacht 1/2 1983.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Ruine Bodenlaube
Quelle: Ausschnitt aus einem Stich von Johann Poppel. Um 1840.
Orte (www.rhoen.de)
Bad Kissingen
Erleben
Museen
Henneberg-Museum, Münnerstadt
Anlagen
Dichtung Ottos von Botenlauben
Otto von Botenlauben in der Weingartner...
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