Kontakt Die Redaktion Das Projekt Artikel schreiben
Suchworte
Ruine Ebersburg (Historische Stätte)
 
 
Erste urkundliche Erwähnung:empty1271
  Beschreibung

Sitz des bedeutendsten Rhöner Adelsgeschlechts

Die Ebersburg liegt in 690m Höhe auf dem Ebersberg und war der Stammsitz des bedeutendsten Rittergeschlechtes der Rhön, der Herren von Ebersberg. Das erstmals 1219 erwähnte Geschlecht war vermutlich schon mit den Karolingern in die Rhön gekommen und verfügte über zahlreiche Besitzungen, vor allem im Amt Weyhers. Die Burg wird urkundlich 1271 genannt, als sie auf Befehl des Klosters Fulda zerstört wurde, weil die Ebersberger an der Ermordung des Abtes Bertho II. von Leibolz beteiligt waren. Vorausgegangen war ein Streit mit dem Kloster um Besitzforderungen, die nach Meinung der Rhöner Ritterschaft auf gefälschten Urkunden basierten. Nach der Aussöhnung mit den Fürstäbten wurde die Burg 1395/96 wieder aufgebaut und galt seitdem als fuldisches Lehen.

Verfall seit dem 16. Jahrhundert

Beim Wiederaufbau wurde die Burg nach Norden durch eine Ringmauer und einen Rundturm erweitert. Sie gehörte seitdem den Herren von Ebersberg, von Steinau-Steinrück und von Weyhers gemeinsam. Weil die Burg ihre strategische Bedeutung verloren hatte, wegen ihrer Enge und unbequemen Lage zogen die Ebersberger ab 1450 nach Gersfeld - zurück blieb nur jeweils eine Ritterfamilie mit wenigen Bediensteten. 1456 und 1465 wurde die Ebersburg - vermutlich in einer neuen Fehde mit dem Kloster Fulda - erobert und teilweise zerstört. Bis 1516 soll jedoch noch eine Seitenlinie der Ebersberger dort gelebt haben. Die Gebäude verfielen im Lauf der Zeit, ihre Steine wurden von Bauern der Umgebung als Baumaterial genutzt. Im Dreißigjährigen Krieg suchte die Bevölkerung der umliegenden Orte samt ihrer Habe und Vorräte in der Burg Zuflucht. 1664 errichteten die Ebersberger innerhalb der Anlage ein einfaches Fachwerkhaus, das aber nicht lange bestand.

Spurensuche in der Ruine

Von der ehemaligen Gipfelburg sind noch Reste der Mauern und des Rundturms sowie der Bergfried mit rundem gotischen Oberbau und Zinnen erhalten. Reste eines zweiten äußeren Mauerrings mit Wallgraben lassen auf eine Vorburg der viereckigen Anlage schließen, die das abfallende Gelände geschickt nutze. Der Zugang war durch einen kleinen rechteckigen Zwinger geschützt. Bei Grabungen 1956-58 fand sich neben Mauerresten, die auf zwei Vorburgen hindeuten, ein romanischer Fensterstein, der von der 1463 erwähnten Kapelle stammen könnte. Ein kleiner Keller unter dem Hof der Vorburg war laut Überlieferung der Stall eines Esels, der zum Wasserholen benötig wurde. Die Ruine wurde 1853 durch das Landgericht Weyhers und 1963 durch das Land Hessen restauriert, in dessen Besitz sie sich bis heute befindet.
 
Lesen

Gottfried Rehm: Das Leben in der Rhön. Hünfeld. o.J.
 
Sturm, Erwin: Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes. Bd. I. und II. Fulda 1962/71.
 
 
Internet

Gasthof Ebersburg
 
mehr zur Ebersburg
 
Gemeinde Ebersburg
 

 
Quellen:

Faltblatt „Von der Ebersburg und ihrer Geschichte“. Autor Willy Kiefer.
 
Dehio, Georg: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. München/Berlin 1982.
 
Hans Kleiner: Burgenland Rhön. Mittelalterliche Militärbauten unserer Heimat. Rhönwacht 1/2 1983.
 

 AutorIn Anne Krenzer
  btn_white_zurueck
 

Ansehen
Ruien Ebersburg
Quelle: Zeichnung von Herbert Lindowsky nach Vorlage von Erwin Sturm.
Orte (www.rhoen.de)
Ebersburg
  Kommentar hinzufügen