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Ruine Maienluft bei Wasungen (Historische Stätte)
 
 
Erste urkundliche Erwähnung:empty1190
  Beschreibung

Adels- und Verwaltungssitz

Ruine Maienluft bei Wasungen geht auf eine Höhenburg aus dem 12. Jahrhundert zurück. 1157 wird erstmals ein Sigfrid aus dem Geschlecht der Ritter von Wasungen erwähnt. Der Adelssitz geht vermutlich auf die Herren von Wasungen zurück, die seit Mitte des 12. Jahrhunderts durch Heirat mit den Hennebergern verwandt waren. 1190 ist zum ersten Mal von einer Burgsiedlung „castrum cum burgo“ die Rede, ob es mit der heutigen Höhenburg identisch ist, weiß man nicht. Seit dem 13. Jahrhundert tauchen mehrere Herren von Wasungen in den Urkunden auf, eine genaue Stellung ist aber nur von Friedrich von Wasungen bekannt: er wurde 1265 als Ministeriale (Angehöriger des mittelalterlichen Dinestadels) der Grafen von Henneberg genannt. Neun Jahre später kam die Burg an die Linie Henneberg-Schleusingen und wurde zum Amtssitz.

Besitzerwechseln und Bedeutungsverlust

Im hohen Mittelalter war Wasungen der Sitz eines Zentgerichts, das 1307 zum freien kaiserlichen Landgericht erhoben wurde. Anfang des 14. Jahrhunderts erhielt der Ort, der ursprünglich eine Burgmannen-Siedlung war, Stadtrechte. In der Frühen Neuzeit verlor Burg Maienluft, obwohl sie im Bauernkrieg unbeschädigt überstanden hatte, ihre strategische Bedeutung. Der frühere Adelssitz wurde als Domäne (staatliches Gut) mit einem Pächter besetzt. Nach dem Aussterben der Henneberger fiel die Burg zunächst 1660 an die Herzöge von Sachsen-Gotha, zwölf Jahre später an Sachsen-Meiningen. Auch nach dem Wasunger Krieg 1747 zwischen den beiden wettinischen Linien blieben Stadt und Burg im Besitz Meiningens.

Ruine mit Kern- und Vorburg

Maienluft bestand aus einer Vorburg, von der noch Reste zu sehen sind, und der höher gelegenen Kernburg. Sie war durch ein spitzbogige Tor an der Südwestecke zu betreten und mit doppeltem Mauerring und Graben zum Landrücken hin geschützt. Bis zum heutigen Tage sind der Teile der Ringmauer und der Bergfried erhalten geblieben. Der quadratische aus Buntsandstein-Quadern bestehende Wehrturm wurde vermutlich im frühen 13. Jahrhundert auf der Angriffsseite der Burg errichtet. Der spitzbogige hochgelegene Eingang kam erst später hinzu, das oberste Stockwerk ist neu aufgesetzt. In den historischen ehemaligen Wirtschaftsgebäuden sind heute ein Hotel und ein Restaurant untergebracht.
 
Lesen

Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. 430 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Gudensberg-Gleichen 2000.
 
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. Berlin/München 1978.
 
Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. IX. Thüringen. Stuttgart 1989.
 
 
Quellen:

http://www.wasungen.de/content/stadtplan.php
 
Konrad Freydank: Thüringen neu entdecken. Natur- Kultur – Geschichte. Fulda 2002.
 
Hans Müller: Thüringen. Landschaft, Kultur und Geschichte im „grünen Herzen“ Deutschlands. [=Dumont Kunst Reiseführer]. Köln 2000.
 
Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten aus der Rhön und dem Fuldaer Land. Hünfeld 2001.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Ruine Maienluft bei Wasungen
Quelle: Fotografie aus Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. 430 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Gudensberg-Gleichen 2000.
Orte (www.rhoen.de)
Meiningen
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