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Salzburg bei Bad Neustadt (Historische Stätte)
 
 
Erste urkundliche Erwähnung:empty1161
  Beschreibung

Die größte Burgruine der Rhön

Die Salzburg, auf einem Höhenzug oberhalb von Bad Neustadt gelegen, ist eine der mächtigsten Burganlagen in Deutschland. Im Jahre 1161 wird erstmals ein Burgvogt „von Salzpergl“ urkundlich erwähnt. Bevor die Würzburger Bischöfe die Burg Ende des 12. Jahrhunderts zum Schutz des Königsgutes Salz ausbauen ließen, hatte sie vermutlich als Fliehburg gedient. Das Königsgut war dem Bistum Würzburg im Jahr 1000 von Kaiser Otto III. geschenkt worden und blieb bis 1803 im Besitz der Bischöfe. Im 16. Jahrhundert, als sich die Bewohner auf andere Güter zurückzogen, begann die Burg zu verfallen, bis sie 1888 vom Geschlecht der Freiherren von und zu Guttenberg aufgekauft wurde.

Gemeinschaftsburg mit mehreren Herren

Die Salzburg ist eine typische Ganerbenburg , d.h. sie gehörte einer Erbengemeinschaft und wurde von mehreren Ritterfamilien bewohnt. Ihre sechs Teile waren mit Binnenmauern voneinander abgetrennt und jeweils mit eigenem Hof, Hauptgebäude und Wehrturm ausgestattet. Im 13. Jahrhundert befanden sich auf der Salzburg die Ansitze von fünf würzburgischen Lehnsleuten, im 15. Jahrhundert sollen sogar sieben Ganerbenfamilien dort gelebt haben. Burgherren waren unter anderem die Voite von Salzburg, die Herren von Thüngen, von Brende, von Steinau-Steinrück und von Eberstein. Die Adligen waren für die Rechtsprechung und Verwaltung des anliegenden Salzgaus verantwortlich und mussten Reisige – eine Art Söldner – zur Verfügung stellen. Den Vorsitz über diese „castrenses“ hatte der Vogt, dem der südwestliche Teil der Salzburg gehörte.

Gut gerüstet, aber von Angriffen verschont

Mit Wall und Graben und durch seine Lage an einem Steilhang des Saale-Ufers war der etwa dreieckige Bau nach außen abgeschirmt. Die vielen einzelnen Befestigungen erklären auch den gewaltigen Umfang der Ringmauer mit Zinnen von 450 m. Gebraucht wurde die starke Befestigung allerdings nicht - in Kriegen spielte die Salzburg nie eine wichtige Rolle. Dass sie in den Bauernkriegen verschont blieb, mag auch damit zusammenhängen, dass die Salzburg schon Ende des 13.Jahrhunderts ihre Bedeutung als Verwaltungs- und Adelssitz verloren hatte. Die Salzburg wurde oft umgestaltet, so dass sich Elemente aus Romanik, Gotik und Renaissance mischen. Erhalten geblieben sind sehenswerte Einzelheiten wie der viergeschossige Torturm, das Außentor, der gotische Treppengiebel des Palas und die kunstvoll gestaltete Münze. Aus der Ringmauer erheben sich noch fünf Türme. Die Wasserversorgungsanlage der Salzburg - ein Laufrad, über dessen Achse das Wasser mit Eimern aus der Tiefe geholt wurde - ist eines der ältesten technischen Denkmäler in Franken. Es liegt jedoch im bewohnten Teil der Burg, der nicht besichtigt werden kann.
 
Internet

Bad Neustadt online
 
Touristinformation Bad Neustadt
 

 
Quellen:

Hans Kleiner: Burgenland Rhön. Mittelalterliche Militärbauten unserer Heimat. In: Rhönwacht. 1/2 1983.
 
Die Rhön. Grenzland im Herzen Deutschlands. Fulda 1960.
 
www.rhoenline.de, Autor: Erich Schnepf
 
Hans-Günther Richardi: Burgen in Bayern. In: Süddeutsche Zeitung vom 8.8.1972.
 
Text von Renate Remde nach Karl Treutwein. Unterfranken.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Salzburg bei Bad Neustadt
Quelle: Farbige Kreide- und Federlithographie von L. Schuster nach einer aquarellierten Federzeichnung von August Christian Geist. Um 1855.
Orte (www.rhoen.de)
Bad Neustadt a.d.S.
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