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Schloss Aschach bei Bad Bocklet (Historische Stätte)
  13. Jh. bis Gegenwart
 
  Beschreibung

Eine Burg, die „Schloss“ genannt wird

Das hennebergische Schloss Aschach liegt über dem rechten Ufer der fränkischen Saale. Der Name Aschach verweist auf die Lage des Ortes und bedeutet in etwa Siedlung am Eschen umstandenen Bach. Der als „Schloss“ bezeichnete Gebäudekomplex im gleichnamigen Ort war eigentlich eine Abschnittsburg, die vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts entstand. Ihr erster Besitzer war der Hennerberger Graf Poppo VII. (gestorben 1245). Nach der hennebergischen Hauptteilung 1274 wurde Aschach zum Herrschaftsmittelpunkt der gleichnamigen Linie. Die Herren von Henneberg-Aschach verkauften die Burg 1391 an das Geschlecht von Bibra. Nach kurzer Zeit fiel sie an das Hochstift Würzburg, dann wieder als Pfand an die Henneberger. Seit 1490/91 waren die Würzburger Fürstbischöfe Herren von Aschach – die Burg blieb bis zur Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts Amtssitz.

Zerstörung und Neubau

Im Bauernkrieg 1525 war Aschbach stark beschädigt, im Markgräflerkrieg 1553 vollständig niedergebrannt worden. Bischof Friedrich von Wirsberg ließ bis in die 1570er Jahre das Hauptgebäude neu errichten und die Schäden beseitigen. Bis heute ist das sogenannte Große Schloss, ein dreigeschossiger Wohnbau mit einem markanten Treppengiebel und einer Freitreppe, erhalten geblieben. Auch das kleine Schloss mit Tordurchfahrt, die barocke Zentscheune, das Förster- und Gärtnerhaus und der fürstliche Pferdestall sind noch zu sehen. Von der Befestigung sind der Bergfried und die Ummauerung geblieben. Die Gebäude liegen in einer Parkanlage.

Eine Adelsfamilie als Museumsstifter

Nach der Säkularisierung blieb die Burg lange ungenutzt, bevor 1829 eine Steingutmanufaktur dort einzog. Als sie in den 1864 aufgegeben werden musste, dauerte es weitere zehn Jahre, ehe sich mit Dr. Friedrich Graf von Luxburg ein neuer Käufer fand. 1955 schenkte die Familie von Luxburg die Gebäude samt Inventar und Kunstschätzen dem Bezirk Unterfranken. Ihrem Wunsch entsprechend wurde der Adelssitz zu einem Museum. Das Haupthaus beherbergt seit 1957 das Graf-Luxburg-Museum, wo die Kunstgegenstände der Familie in den originalgetreu erhaltenen Wohnräumen des späten 19.Jahrhunderts gezeigt werden. 1982 kam ein Schulmuseum im Förster- und Gärtnerhaus hinzu, zwei Jahre später wurde das Volkskundemuseum in der Zentscheune eingerichtet.
 
Internet

Infos zu den Museen
 

 
Quellen:

Hanswilhelm Haefs: Ortsnamen und Ortsgeschichten aus der Rhön und dem Fuldaer Land. Hünfeld 2001.
 
Text von Renate Remde nach Thomas Witter/Günther Wölfing: Auf den Spuren der Henneberger.
 
Jürgen Reinhardt: Schloß Aschach – drei Museen unter einem Dach. In: Rhönwacht 4/98.
 
Hans Kleiner: Burgenland Rhön. Mittelalterliche Militärbauten unserer Heimat. Rhönwacht 1/2 1983.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Burg Aschach
Quelle: Stich von Rudolf nach Wegelin. Beide um 1845.
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