Kontakt Die Redaktion Das Projekt Artikel schreiben
Suchworte
Schloss Dermbach (Historische Stätte)
  1710 bis Gegenwart
 
  Beschreibung

Amtsschloss des Klosters Fulda

Das Dermbacher Schloss wurde ab 1707 unter dem Fuldaer Fürstabt Adalbert von Schleiffras erbaut, dessen Wappen über dem Hauptportal zu sehen ist. Der hufeisenförmige Bau mit einem Haupt- und zwei Nebengebäuden ist trotz seiner Entstehung in der Barockzeit relativ schlicht. Adalberts Nachfolger Konstantin von Buttlar zog 1717 in das Schloss ein. Er ließ um die Gebäude und den weitläufigen Garten eine hohe wuchtige Sandsteinmauer mit starken Stützen errichten.

Auseinandersetzungen um die Herrschaft in Dermbach

Nachdem das Kloster Fulda bereits 1287 die Burg Fischberg und die Zent Dermbach erworben hatte, entstand im 14. Jahrhundert das Amt Fischberg zur Verwaltung der Gebiete im Feldatal. 1468 verpfändete Fulda das Amt Fischberg mit Dermbach an die Grafen von Henneberg, nach deren Aussterben kam es in den Besitz des sächsischen Hauses Wettin. Lange versuchten die Fuldaer Äbte vergeblich, die Herzöge von Sachsen-Weimar zur Rückübertragung zu bewegen, bevor Adalbert von Schleiffras sich 1707 durchsetzte und in Dermbach einzog. Da der Ort unter den Hennebergern evangelisch geworden war, ließ der Abt im Amtsschloss für die katholische Minderheit eine Kapelle zum Hl. Kreuz einrichten. Trotz weiterer Streitigkeiten mit Sachsen endete Fuldas Herrschaft erst mit der Auflösung der geistlichen Fürstentümer 1802.

Von vielen Eigentümern in Besitz genommen

Als Dermbach 1815 an Sachsen-Weimar fiel, hatten Ort und Schloss in der Zeit Napoleons viermal den Besitzer gewechselt. Nach dem 1. Weltkrieg ging das ehemalige Amtsschloss an Thüringen und wurde 1920 Sitz der Bezirksdirektion und anderer Behörden. 1932 wurde in den Räumen des Schlosses ein "Heimatmuseums für das Eisenacher Oberland" eingerichtet, dessen Bestände ins heutige Heimatmuseum Dermbach übergingen. Während des 2.Weltkriegs lebten dort neben Dermbacher Einwohnern auch Flüchtlinge, in der DDR-Zeit machte die Volkspolizei das Schlossgelände zur Kaserne. Nach der Wiedervereinigung kaufte die Gemeinde Dermbach 1994 den Komplex zum symbolischen Preis von 1 Mark vom Land Thüringen. Fünf Jahre später konnte das Bürgermeisteramt dort einziehen. Die Schlossräume beherbergen außerdem die Bibliothek und werden von ortsansässigen Vereinen genutzt.

 
Internet

Chronik der Gemeinde Dermbach
 
Gemeindebibliothek Dermbach
 

 
Quellen:

Erwin Sturm: Dermbach in der Rhön begeht 800-Jahr-Feier. Buchenblätter. Beilage der Fuldaer Zeitung für Heimatfreunde. 12/86.
 
Konrad Freydank: Thüringen neu entdecken. Natur- Kultur – Geschichte. Fulda 2002.
 
Handschriftl. Aufzeichnungen des Dr. Eugen Mittermüller „über meine Heimat und die Welt meiner Kindheit im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts. Fulda-Neuenberg. 1971.
 
http://www.wartburgkreis.de/wak/cmswak2.nsf/
 

 AutorIn Anne Krenzer
  btn_white_zurueck
 

Ansehen
Dermbacher Schloss
Quelle: Fotografie von Dr. Eugen Mittermüller. Vor 1971.
Orte (www.rhoen.de)
Dermbach
Erleben
Museen
Heimatmuseum Dermbach
  Kommentar hinzufügen