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Siedlung der Bandkeramiker bei Sternberg (Historische Stätte)
  5.300  v.Chr.  v.Chr.
 
  Beschreibung

Der Neubau der Kreisstraße zwischen Obereßfeld und Sternberg im Jahre 1997 offenbarte die Spuren einer Siedlung der ersten Bauernkultur Mitteleuropas, die der Bandkeramiker. Nach Beendigung der Grabung im Auftrag des Landesdenkmalamtes Bayern hatten die Mitglieder der „Archäologischen Arbeitsgruppe Rhön“ 91 Gruben, 123 Pfostenlöcher und 34 Hausgräben auf einer Fläche von mehr als 5.000 m² freigelegt. Es wurde ein breites Spektrum an Siedlungsabfällen gefunden - vorwiegend Keramikscherben, aber auch Steinwerkzeuge: Getreide-Mahlsteine aus Sandstein, Sandstein-Schleifgeräte zum Glätten von Pfeilschäften, Steinbeile aus Amphibolit, einem Gestein, dessen nächste Fundorte in Fichtelgebirge und Thüringer Wald liegen. Auffallend ist der geringe Anteil an Werkzeugen aus Silex (Feuerstein), einem ansonsten sehr beliebten Material. Als Besonderheit ist der Fund von zwei tönernen „Füßchen“ zu nennen. Sie gehörten vielleicht zu einem Gefäß in Tierform. Die Bandkeramiker stellten Kleinplastiken von Mensch und Tier her und verzierten öfters Gefäße und weitere Gerätschaften aus Ton mit Darstellungen von Mensch und Tier.

Die Art der Verzierung der Gefäßscherben deutet auf die Zeit um 5.300 v. Ch. Bestätigt wird diese Datierung durch die Radiokarbonuntersuchung von gefundenen Holzkohlestückchen. Sie ergab eine Datierungsspanne von 5440 – 5225 v. Ch.

Es konnten mindestens sechs der typischen Langhäuser (teilweise) aufgedeckt werden. Die Häuser lagen in größeren Abständen. Mehrmals konnten Steinplatten als Unterlage für die Hauspfosten festgestellt werden. So wurde ein gewisser Fäulnisschutz erreicht. Sogar der Teil einer Hauswand, er war durch ein Schadensfeuer hart gebrannt, konnte aus einer Grube geborgen werden Er zeigte noch Spuren eines weißen Kalkanstrichs. In einem Haus befand sich ein kleines Pflaster aus rechtwinklig zugeschlagenen Steinplatten.
Die Siedlung war wohl nur einphasig. In längerfristig bewohnten Siedlungen errichteten die Bandkeramiker nach 30 – 50 Jahren, am Ende der Lebensdauer eines Hauses, etwas versetzt zu diesem ein neues Langhaus. Bei Sternberg fanden sich nur am westlichen Rand der Siedlung Pfostenreihen mit einer anderen Ausrichtung als die anderen Häuser, das heißt es war wohl jünger.
  Bedeutung

Die Siedlungsstelle bei Sternberg ist die erste Fundstelle der bandkeramischen Kultur im Bereich der Rhön, die systematisch, wenn auch nur im Bereich der Straßentrasse, ergraben und untersucht wurde. Sie steht beispielhaft für die im südöstlichen Rhönvorland stark vertretene Kultur.

 
Lesen

Vorzeit. Spuren in Rhön-Grabfeld, hrsg. vom Verein für Heimatgeschichte e. V. Königshofen, Bad Königshofen 1998
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 AutorIn Birgit Schmalz
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Orte (www.rhoen.de)
Sternberg
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