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Stadtschloss Fulda (Historische Stätte)
  17.Jh. bis Gegenwart
 
  Beschreibung

Mittelalterliche Abstburg
Das „Stadtschloss“ in Fulda erhielt seinen Namen 1894, als die Stadt den Komplex kaufte und dort die Verwaltung unterbrachte. Die Geschichte des Gebäudes, das ursprünglich die Burg und Residenz der Fuldaer Äbte war, geht allerdings bis ins Hohe Mittelalter zurück. Seit 1294 ließ der Fuldaer Fürstabt Heinrich von Weilnau die „Neue Burg“ mit Bergfried und dreigeschossigem Palas auf einer Ecke der Stadtbefestigung errichten. Der Punkt lag strategisch günstig zwischen dem Gebiet des Klosters und der Stadt – der Abt als Reichsfürst residierte nun erstmals außerhalb des Klostergeländes. Der weitere Ausbau unter Fürstabt Heinrich von Hohenberg seit 1315 wurde 1331 durch einen Bürgeraufstand unterbrochen, bei dem einTeil des Gebäudes zerstört wurde und in den folgenden Jahren wieder aufgebaut werden musste.

Renaissance- und Barockanlage
Als 1607-1612 ein neues Schloss im Renaissancestil entstand, blieben vom mittelalterlichen Gebäude nur Teile der Bergfrieds und des Mittelbaus enthalten. Ein Jahrhundert später begann unter Fürstabt Adalbert von Schleifras die Umgestaltung zur Barockanlage nach Plänen Johann Dientzenhofers. Bis 1720 wurde an der großzügigen Gebäduekomplex gebaut, zunächst unter der Leitung Dientzenhofer selbst, seit 1712 unter fudlischen Hofbeamten. 1719-1721 entstand der nördliche Ehrenhofflügel, mittlerweile war Andreas Gallasini zum Baumeister geworden. Die langgestreckte Barockanlage in ihrer heutigen Form mit Innenhof und hufeisneförmigem Ehrenhof war vollendet. Das zwei- und dreigeschossigen Gebäude sind geprägt durch schlichte Bauformen und Walmdächer. An der Rückseitenach Osten schließen ein schlichter Reminsebau von 1713 und die ehemalige Reithalle an, die heute das Schlosstheater beherbergt.

Ausstellungs- und Verwaltungsräume
Nach der Säkularisation 1802 wechselte das Schloss ständig den Besitzer. Es fiel innerhalb weniger Jahre an Wilhelm von Oranien, Frankreich, das Großherzogtum Frankfurt, Österreich, Preußen und schließlich 1816 an Kurhessen, dessen Kurfürst Wilhelm II. von Hessen-Kassel neue Umbauten vornehmen und mehrere Innenräume im klassizistischen Stil umgestalten ließ. Auch nach dem Kauf durch die Stadt Fulda erfuhr das Schloss bauliche Veränderungen: 1944 wurden durch Bomben der Marstall und Teile des Südflügels zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Heute beherbergt das Stadtschloss neben den Verwaltungsräumen zahlreiche Ausstellungen. Das städtische Vonderaumuseum zeigt in den Räumen und Gängen des Schlosses Barockgemälde, Bestände der städtischen Fayence- und Porzellansammlung sowie moderne und Rhön-Malerei. Auch im Schlossturm, dessen rechteckiger Unterteil noch vom Bergfried der Abtsburg stammt, sind Ausstellungsstücke zu sehen. Die Haube des Turms wurde schon um 1770 durch eine offene Plattform zur Sternenbeobachtung ersetzt.
 
Lesen

Erwin Sturm: Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes. Bd. I. und II. Fulda 1962/71.
 
 
Quellen:

Erwin Sturm: Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes. Bd. I. und II. Fulda 1962/71.
 
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Hessen. München/Berlin 1982.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Stadtschloss Fulda
Quelle: Grafik eines Ubekannten in der Fuldaer Zeitung vom 12.03.94.
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Stadtschloss Fulda - Historische Räume
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