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Steinsches Schloss in Barchfeld (Historische Stätte)
  1571 bis Gegenwart
 
  Beschreibung

Von der Wasserburg zum Schloss

An Stelle des heutigen Steinschen Schlosses in Barchfeld stand ursprünglich eine Wasserburg, die vermutlich Anfang des 13. Jahrhunderts errichtet wurde. Zu dieser Zeit war sie im Besitz der Herren von Frankenstein, die als Lehnsleute im Dienst des Klosters Hersfeld standen. 1330 ging der Besitz an Grafen Berthold VII. von Henneberg-Schleusingen über, bevor er 1350 für kurze Zeit an das Kloster Fulda verpfändet wurde. Vom späten 14. bis ins 16. Jahrhundert hatten die Landgrafen von Hessen und die Grafen von Henneberg-Schleusingen Anteile an der Wasserburg inne. Dann wurde der ein Viertel der Anlage umfassende hennebergische Teil an das Geschlecht Stein zu Liebenstein übertragen, die 1571-1581 das heutige Schloss errichten ließen.

Stark veränderter Renaissancebau

Drei Jahre nach der Fertigstellung fiel ganz Barchfeld an Hessen und das Schloss wurde zur Residenz der Linie Hessen-Philippsthal-Barchfeld. Der hufeisenförmige Renaissancebau wurde im Lauf der Jahrhunderte immer wieder umgebaut und vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg stark verändert. Heute besteht das Schloss aus einem zweigeschossigen, rechteckigen Bau, dessen Mansarddach und Giebel in den 90er Jahren mit Wellblech verkleidet wurden. Das Portal mit Allianzwappen der Familien von Stein und von Ebern sowie eine Freitreppe sind erhalten geblieben. Die Eckpavillons mit Volutengiebeln dagegen wurden abgetragen. Durch die Lage in unmittelbarer Nähe zu Wohn- und Industriebauten ist der Charakter des Schlosses stark verändert.

Relikte aus dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit

Von der vermutlich ovalen Wasserburg sind heute nur noch Reste des Turmes geblieben, die als Unterbau für den östlichen Teil in das neuere Gebäude integriert wurden. Der Bergfried mit 7,40 Metern Seitenlänge und über 2,55 Meter dicken Mauern stand ursprünglich in der Mitte der Anlage. Seine äußere Sandsteinverkleidung stammt aus der 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts. An die Nutzung im Mittelalter und der Frühen Neuzeit erinnert das Verlies im Erdgeschoss mit einem sogenannten Angstloch in der Decke, durch das die Gefangenen hinab gelassen wurden. An den Wänden sind Ritzzeichnungen von 1572 mit religiösen und weltlichen Motiven zu sehen.
 
Internet

aus der Geschichte des Dorfes Barchfeld
 

 
Quellen:

Thomas Bienert: Mittelalterliche Burgen in Thüringen. 430 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. Gudensberg-Gleichen 2000.
 
Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Thüringen. Berlin/München 1978.
 
Handbuch der historischen Stätten Deutschlands. Bd. IX. Thüringen. Stuttgart 1989.
 

 AutorIn Anne Krenzer
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Ansehen
Steinsches Schloss in Barchfeld.
Quelle: Ausschnitt aus einer Postkarte aus den 1920er Jahren.
Orte (www.rhoen.de)
Barchfeld
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