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Vorgeschichtliche Siedlungsspuren am Kleinen Gleichberg (Historische Stätte)
  5.500  v.Chr.bis 50  v.Chr.
 
  Beschreibung

Vom Kleinen Gleichberg sind aus allen Kulturperioden zwischen der Jungsteinzeit und dem Ende der Latènezeit Funde vorhanden.

Die ältesten Fundstücke sind Steingeräte und Tongefäße der Bandkeramiker. Sie wurden am Fuß des Bergs gefunden. Vermutlich handelt es sich um Hinterlassenschaften der Bewohner der Siedlungen von Römhild, Haina und Gleichamberg. Aus der späten Jungsteinzeit stammen Beile, facettierte Äxte, Klingen aus Jurahornstein und schnurverzierte Keramik. Eine Kupferaxt und die Bruchstücke einer Beilgussform markieren den Übergang zur Bronzezeit.

Bemerkenswert sind drei Gewandnadeln mit schräg durchlochtem Kopf aus der frühen Bronzezeit sowie mehrere Lochhalsnadeln mit vierkantigen Schaft, dazu Dolche, Schwerter und Beile vom Beginn der Hügelgräberbronzezeit. Funde dieser beiden Zeitstufen der Bronzezeit sind andernorts im Umkreis der Rhön nicht nachzuweisen.

Auf der Ostseite des Berges befinden sich ferner Gräber der entwickelten Hügelgräberbronzezeit. Möglicherweise bestand in dieser Zeit auf dem Kleinen Gleichberg eine Siedlung, wahrscheinlicher ist jedoch eine rein kultische Nutzung des Bergs.

Die erste nachweisbare Siedlung auf der Berghöhe bestand in der Urnenfelderzeit. Zu der Zeit entstanden auch die ersten Wallanlagen. Sie wurden in den nachfolgenden Perioden der Hallstattzeit und der Latènezeit erneuert und erweitert.

Der Siedlungshöhepunkt und die größte Bedeutung des Kleinen Gleichbergs als Mittelpunkt der umliegenden Siedlungslandschaft sind in das 5. Jh. v. Ch., in die Übergangszeit von Hallstatt- zu Latènezeit, zu setzen.

Kurz nach der Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus wurde der Berg von den Bewohnern aufgegeben. Bislang konnte weder ein kriegerisches Ende noch eine Siedlungsnachfolge durch Germanen nachgewiesen werden.

Das nächste und gleichzeitig letzte Siedlungszeugnis auf dem Berg ist eine dem Hl. Michael geweihte Kapelle. Sie wurde im späten Mittelalter erbaut und 1527 durch Blitzschlag zerstört.
  Bedeutung

Der Kleine Gleichberg stellt ein herausragendes Denkmal der vorgeschichtlichen Besiedelung dar. Dementsprechend ist er seit 1838 Gegenstand kontinuierlicher und intensiver Erforschung. Die Forschungsergebnisse sind in einem eigenen Museum, dem „Steinsburgmuseum“, auf dem Sattel zwischen Kleinem und Großen Gleichberg gelegen, dargestellt.

 
Quellen:

Südliches Thüringen (Führer zu archäologischen Denkmälern in Deutschland 28), hrsg. vom Nordwestdeutschen, West- und Süddeutschen und Mittel- und Ostdeutschen Verband für Altertumsforschung, Weimar 1994,
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Ebner Kathrin, Die mittlere Bronzezeit in Thüringen, Diss. 2001
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 AutorIn Birgit Schmalz
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