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Bibra, Geschlecht derer von (Thema)
  12. Jh. bis Gegenwart
  Beschreibung

Hauptsitz in Bibra bei Meiningen
Das Geschlecht derer von Bibra gehörte zur fränkischen Reichsritterschaft. Der vom Ort Bibra bei Meiningen abgeleitete Name taucht erstmals mit Rupertus de Bibra 1119 in den Urkunden auf. Die von Bibra waren Freiherren, das heißt sie unterstanden als „Reichsfreie“ keinem fürstlichen Herrn, sondern dem Reich direkt, dem sie auch Steuern zahlten. Das Geschlecht, dessen Wappen einen Biber zeigt, hatte seine Stammburg im gleichnamigen Ort in Thüringen. Im 14. Jahrhundert kam die Burg Bibra unter würzburgische Lehnshoheit. Zur gleichen Zeit tauchen die von Bibra als Lehnsleute der Henneberger auf –sie besaßen z.B. die Burg in Sulzfeld-Kleinbardorf, die sie Ende des 16.Jahrhunderts im Renaissancstil umbauen ließen. Im Bauernkrieg 1525 wurde auch Burg Bibra angegriffen. Das mag auch damit zusammenhängen, dass der Prediger Hans Hut, ein Verbündeter Thomas Müntzers, von der Kanzel zur Tötung aller Obrigkeit aufgerufen hatte. Schon ein Jahr später wieder hergestellt, wurde das Gebäude im 30jährigen Krieg nochmals zerstört und danach umgebaut.

Geistliche, Diplomaten und Reformer
Die Familie von Bibra stelle die Würzburger Bischöfe Lorenz(1456-1519) und Konrad (1490-1544). Besonders Lorenz gewann nicht nur auf geistlichen sondern auch auf weltlichem Gebiet großen Einfluss und wurde zum Ratgeber Kaiser Maximilians I. Auch Kilian(um 1426-1494) errang als Würzburger Generalvikar großes Ansehen und war vor allem wegen seines Verhandlungsgeschicks bei Fürsten und Rittern geachtet. Johann Ernst von Bibra (1662-1705) machte sich ebenfalls auf diplomatischen Missionen für Würzburg einen Namen und nahm als Generalfeldmarschallleutnant des Kaisers 1704 am Feldzug gegen Bayern Teil. Für die Fuldaer Gegend besonders von Bedeutung war Heinrich von Bibra (1711-1788), der als Fürstbischof das Schulwesen und die Wirtschaft reformierte.

Verdienste in Forstwirtschaft und Naturforschung
Im 19. Jahrhundert machten zwei Mitglieder der Familie als Landschaftspfleger bzw. Naturforscher auf sich aufmerksam. Christian Ernst Heinrich (1772-1844) war Landjägermeister von Hessen-Darmstadt und ließ die Provinz Oberhessen aufforsten. Ernst von Bibra (1806-1878) veröffentliche zahlreiche Werke zur Chemie, die besonders auf dem Gebiet der Nahrungsmittelchemie und der Schmerzmittelerforschung wichtige neue Erkenntnisse lieferten. Doch Ernst von Bibras Interesse erstreckte sich auch auf andere Felder: um der 1848 Revolution zu entgehen, unternahm er eine zweijährige Studienreise nach Südamerika. Seine Erkenntnisse hielt er zunächst wissenschaftlich fest und veröffentlichte später Romanen und Novellen seiner Erlebnisse, die zugleich spannend und belehrend geschrieben waren.
 
Lesen

Werner Wagenhöfer: Die Bibra. Studien und Materialien zur Genealogie und zur Besitzgeschichte einer fränkischen Niederadelsfamilie im Spätmittelalter. Neustadt a. d. Aisch 1998.
 
Martin Stingl: Reichsfreiheit und Fürstendienst. Die Dienstbeziehungen der Bibra 1500-1806. Neustadt a. d. Aisch 1994.
 
 
Quellen:

Werner Schultheiß: Bibra, Freiherren von. In: Neue Deutsche Biographie. Bd.2. Berlin 1955. S.215/216.
 
www.wikipedia.org
 
http://www.dickemauern.de/bibra/ge.htm
 
Text von Renate Remde nach Güter Wölfing: Kleine Hennebergische Landeskunde.
 

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Ansehen
Wappen derer von Bibra
Quelle: http://www.ngw.nl/int/dld/b/bibra.htm
Ernst von Bibra, Chemiker und Reiseschriftsteller
Quelle: http://www.mercurialis.com/emc/autores/ott/pharmacophilia.htm