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Biedermeier in Kissingen (Thema)
  1815 bis 1848
  Beschreibung

Nicht die gemeinhin mit dem Begriff „Biedermeier“ verbundene Kleinstadtidylle kennzeichnet die Zeitspanne zwischen 1815 und 1848 in Kissingen, sondern im Gegenteil der – allerdings gänzlich unpolitische – Aufbruch in eine neue Zeit. In jenen Jahren wurde der Grundstein für das Weltbad Kissingen gelegt, erfolgte der Ausbau des kleinen Provinzbades zu einem Bad, das höchsten Ansprüchen genügen konnte. Die treibende Kraft hinter den Unternehmungen waren die neuen Herrscher Bayerns, König Max Joseph I. und – vor allen Dingen – König Ludwig I.

Zu Beginn der Zeit waren Stadt und Quellen durch die Stadtmauer getrennt, mitten durch den Kurgarten führte eine Straße, es gab kaum Einrichtungen für und Angebote an die Kurgäste. Das Städtchen selbst verharrte noch in mittelalterlicher Enge. Nun wurden die Quellen neu gefasst, die Stadtmauer niedergelegt und das Kurviertel mit Konversationssaal, Arkadenbau und Kurhaushotel aus dem Boden gestampft. Die Quellen „Rakoczy“ und „Pandur“ wurden erstmals überdacht. Der technisch innovative Eiserne Brunnenpavillon wurde zur Kissinger Attraktion. Durch die Verlegung der Straße und der anschließenden Brücke entstand ein großer, prächtiger Kurgarten. Die neue Straße und die neue Brücke, repräsentativ gestaltet und zu Ehren des Auftraggebers Ludwigstraße bzw. -brücke genannt, wurden zwischen Stadt und Kurviertel gelegt, diese sowohl trennend als auch bindend. Die Kissinger ließen sich von dem Bauboom anstecken und errichteten neue, zeitgemäße Häuser. Die Umgebung der Stadt wurde mit Promenadewegen versehen und einige Anhöhen gartenarchitektonisch gestaltet. Schöpfer der baulichen und gestalterischen Neuerungen war Friedrich von Gärtner (1791 - 1847), der Architekt Ludwigs I. Er wirkte von 1834 bis zu seinem Tod in Kissingen. Die Qualität der Kur in Kissingen wurde durch die Anstellung eines Badinspektors im Jahr 1821 gefördert. Dieser war für die Güte und die Abgabe der Kurmittel, den Fremdenverkehr und den Versand von Heilwasser zuständig.
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Eiserner Brunnenpavillon