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Bildstöcke – ein Wahrzeichen Rhöner Kulturlandschaft (Thema)
 
  Beschreibung


Charakteristisch für die Landschaft der Rhön sind die vielen Steinkreuze, Bildstöcke, Feldkreuze, Kapellen und Freifiguren. Man findet sie in Feld und Flur, aber auch in Ortschaften und Städten mit überwiegend katholischer Bevölkerung.
Bildstöcke und Wegekreuze sind wertvolle religiöse Kleinkunstdenkmäler.

Als Urtyp aller Bildstöcke ist der monolithische Bildstock zu betrachten, mehr eine Betsäule, die aus einem einzigen Stein geschlagen wurde. Etwa ab dem späten 16. frühen 17. Jahrhundert taucht in der Rhön ein neuartiger Bildstocktyp auf, der sich in den folgenden Jahrhunderten sehr stark behauptet hat. Er besteht aus einer Steintafel, die senkrecht auf einer Rundsäule steht. Spätere Jahrzehnte ließen aus dieser einfachen Darstellung die Bildstöcke entstehen, die man heute noch in den Fluren sehen kann.
Drei wesentliche Bestandteile kann man allen Bildstöcken zuordnen: viereckiger, fast würfelförmiger Sockel oder Postament, runde Säule und Kopfstück in Form einer senkrecht stehenden verzierten Steinplatte.
Sie sind einerseits eindrucksvolle Zeugen des christlichen Glaubens der Vorfahren, andererseits künden sie von der künstlerischen Möglichkeit, Glauben und Religion in Steinplastik und -bilder umzusetzen.
Jedes Exemplar hat im Grunde seine eigene Geschichte. Darüber erfährt man durch eventuelle Inschriften, Symbole und christliche Dartellungen. Auf der Vorderseite des Aufsatzes ist oft das Bild von der Kreuzigung Christi als Hauptmotiv zu finden oder auch Heiligendarstellungen.
Einer der bekanntesten Heiligen ist Wendelinus, der als sogenannter „Bauernheiliger“ vielfach mit einer „Schäferschippe“, besonders in ländlichen Gegenden der Rhön, dargestellt wird.
Die Blütezeit des Barocks brachte eine Sonderform des Bildstocks, den Kreuzschlepper, hervor.
Sein Hauptverbreitungsgebiet in der Rhön ist der bayerische Teil des Mittelgebirges. Einige Exemplare gibt es in der hessischen Rhön, in der thüringischen Rhön kommt er einmal vor (Schleid). Die Kreuzschlepper findet man an Hohlwegen, an Steilstellen und auf Hügeln. Die Wahl der Standorte soll an den Leidensweg Christi erinnern. Das einheitliche Erscheinungsbild zeigt, wie Jesus unter dem Kreuz zusammenbricht.


Bedeutung
Zumeist von Privatpersonen errichtet, dienen Bildstöcke als „Ersatz“ für Kapellen, sind Ziel und Station von Bittwallfahrten oder verdanken ihr Entstehen dem Dank für Heilungen bei Krankheit, Errettung aus Gefahr, Buße für ein Vergehen und ähnlichen persönlichen Anliegen des Stifters.
Vor allem auch Wallfahrtswege wurden mit Bildstöcken bestückt, um Pilgerern den Weg zu einem Gnadenort zu weisen und zur Gebetsrast aufzufordern.
Für die Rhön ist das Gebiet um den Kreuzberg zu erwähnen. Fast alle sakralen Flurdenkmäler in diesem Bereich weisen auf das Pilgerziel, die Klosterkirche mit dem Gnadenaltar, hin.

Bildstöcke haben auch in einer modernen Gesellschaft ihren Platz, man kann sie überall in den Orten und Fluren in neueren Formen finden. Der Geschmack hat sich geändert, die Beweggründe sind noch die gleichen wie zu den Zeiten, als die ersten Bildstöcke gesetzt wurden.

 
Quellen:

Lesen
 Rhönwacht 2/06 Autor Jürgen Reinhardt Unsere Heimat – Kreisausschuss des Landkreises Fulda – Arbeitsbuch für den Sachunterricht

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