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Buttlar, Geschlecht derer von (Thema)
  MA bis Gegenwart
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Hessisches Adelsgeschlecht mit sagenumwobenen Anfängen
Das hessische Adelsgeschlecht derer von Buttlar stammt aus dem gleichnamigen Ort im thüringischen Ulstertal, der einst zu Fulda gehörte. Der nahe an der Grenze zu Hessen gelegene Ort wurde erst 1815 Teil von Sachsen-Weimar-Eisenach. Die von Buttlar, die offenbar zum alten hessischen Adel gehörten, standen in sächsisch-thüringischen und hessischen Diensten. Über die Anfänge des Geschlechts ist wenig bekannt. Eine Sage bringt die von Buttlar mit England in Verbindung. Eine andere Erzählung führt den Namen des Geschlechts und des Stammortes auf die Rettung eines jungen Edelmannes aus der Gefangenschaft zurück: Er sei von seiner Geliebten in einer Bütte (wannenförmiges Gefäß) aus de, Gefängnis ihres Vaters befreit worden und habe die Bütte daraufhin in sein Wappen und seinen Namen aufgenommen.

Ein weitverzweigtes Familiennetz
Das Geschlecht derer von Buttlar ist weit verzweigt und schon Autoren des 18. Jahrhunderts nennen zahlreiche Linien wie etwa die der Freiherren und Herren von Buttlar, die der Treusch von Buttlar-Brandenfels, die Ziegenberger und die Ermschwerder Linie. Die verschiedenen Namen leiten sich von Wohnorten bzw. Gütern des jeweiligen Zweigs ab. Im Jahr 1535 erbten die von Buttlar zusätzlich zu ihrem Stammgut in der Rhön und der Herrschaft Ziegenberg mit Schloss Elberberg einen weiteren großen und zusammenhängenden Grundbesitz in der Nähe von Naumburg. Die Güter in der Nähe von Naumburg wurden ihnen als mainzische Lehen verliehen und blieben bis ins 19. Jahrhundert in ihrem Besitz.
Die Ritter von Buttlar wurden 1660 Mitglied der Althessischen Ritterschaft, die nach Einführung der Reformation ursprünglich zur Unterstützung lediger oder hilfsbedürftiger Familienmitglieder gegründet worden war. 1890 schlossen sie sich zu einem „Verein des von Buttlarschen Gesamtgeschlechts“ zusammen, der bis heute existiert.

Bekannte Mitglieder der Familie von Buttlar
Nur wenige Mitglieder des Geschlechts sind besonders hervorgetreten. Johann Anton Franz (1685-1731) war preußischer General, sein Bruder Konstantin (+ 1726) wurde Fuldaer Fürstabt. Konstantin war 1715 nach Auseinandersetzungen um die Nachfolge des Abtes Adalbert von Schleifras quasi als Verlegenheitskandidat im dritten Wahlgang gewählt worden. Seine Regierungszeit war durch Machtkämpfe mit dem Stiftskapitel geprägt.
Am bekanntesten ist wohl die Sektiererin Eva Margaretha von Buttlar (1665-1726), die sich von der lutherischen Kirche abwandte und im hessischen Allendorf die „Christliche und philadelphische Sozietät“ gründete. Sie verkündete das Kommen des tausendjährigen Reiches, machte durch wilde Ausschweifungen von sich reden und ließ sich schließlich feierlich zur „Verlobten des Heiligen Geistes“ erklären. Weniger spektakulär war die Karriere des Freiherrn Rudolf Georg Walrab Carl von Buttlar (1802-1875). Er war Verwalter des überwiegend aus Wald bestehenden Familienbesitzes und entwickelte ein zu seiner Zeit vielbeachtetes Pflanzverfahren mit einem speziellen von ihm erfundenen Werkzeug, das in die Lehrbücher einging. In seiner Schrift von 1853 „Forstkultur- Verfahren in einer Anwendung für den Hoch-Mischwald und seine Folgen“ behandelte er unter anderem die künstliche Waldverjüngung.
 
Quellen:

Friedrich Dörge/Wolf v. Both: Buttlar. In: Neue Deutsche Biographie. Bd.3. Berlin 1957. S.80/81.
 
Josef Leinweber: Die Fuldaer Äbte und Bischöfe, Frankfurt a.M. 1989.
 
http://home.arcor.de/elbenberg-1/familievonbuttlar.htm
 
www.wikipedia.org
 

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Ansehen
Wappen derer von Buttlar
Quelle: http://www.von-buttlar-forst.de/
Konstantin von Buttlar, Fuldaer Abt
Quelle: Reproduktion eines Gemäldes in: Josef Leinweber: Die Fuldaer Äbte und Bischöfe, Frankfurt a.M. 1989.
Orte (www.rhoen.de)
Buttlar