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Deutsch-Französischer Krieg von 1870/71 (Thema)
  1870 bis 1871
  Beschreibung

Die Vorgeschichte

Der Deutsch-Französische Krieg war das Resultat der Spannungen, die sich nach dem preußischen Sieg im Deutschen Krieg von 1866 zwischen beiden Ländern aufgebaut hatten. Die Machtverhältnisse in Europa hatten sich dadurch zu Ungunsten Frankreichs verschoben. Der deutsch-französische Gegensatz entzündete sich 1870 an der Frage der Neubesetzung des spanischen Königthrons, denn die Kandidatur war einem Angehörigen des Hauses Hohenzollern, das auch die preußischen Herrscher stellte, angetragen worden.

Der Anlaß

Frankreich erklärte, provoziert durch die von Bismarck redigierte „Emser Depesche“ (sie enthielt die Ablehnung einer langfristigen Verzichtserklärung auf den spanischen Thron durch den preußischen König), am 19.7.1870 Preußen den Krieg. Die süddeutschen Staaten stellten sich sogleich auf die Seite Preußens. Die europäischen Großmächte enthielten sich einer Parteinahme.

Der Verlauf

Die französischen Armeen waren binnen zweier Monate geschlagen und der französische Kaiser Napoleon III. geriet in deutsche Gefangenschaft. Es kam jedoch nicht zum Friedensschluß. In Frankreich wurde die Republik ausgerufen und das Volk bewaffnet. Deutschland ging zum Angriffskrieg über mit dem Ziel einer Gebietserweiterung und des finanziellen Gewinns. Der Krieg endete mit dem Sieg der Deutschen. Am 26.1.1871 wurde in Versailles der Vorfriede geschlossen, am 10.5.1871 in Frankfurt der Friedensvertrag unterzeichnet. Frankreich mußte das Elsaß und einen Teil Lothringens an Deutschland abtreten sowie 5 Milliarden Francs als Kriegsentschädigung zahlen.

Die Folgen

Der Sieg der deutschen Länder führte zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs. Die süddeutschen Länder Bayern, Hessen, Baden und Württemberg traten im November 1870 dem Norddeutschen Bund bei. Er wurde daraufhin in „Deutsches Reich“ umbenannt und der preußische König Wilhelm I. am 18.1.1871 in Versailles zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Das Deutsche Reich war ein Bundesstaat der deutschen Fürsten und der Hansestädte. Es entstand nicht, wie 1848 angestrebt, aufgrund der Beschlüsse einer Nationalversammlung, sondern durch Verträge zwischen verschiedenen Monarchen und Regierungen.
  Bedeutung

Der deutsch-französische Krieg weckte in der Rhön wie in den anderen Ländern eine Welle der nationalen Begeisterung. Es bildeten sich Hilfskomitees mit dem Ziel der Unterstützung der Soldaten, teilweise schlossen sie sich dem jungen „Deutschen Roten Kreuz“ an. In der Rhön befanden sich Lazarette für verwundete Offiziere und Mannschaften. Nach dem Krieg entstanden vielerorts Veteranenvereine, die Teilnehmer des Krieges wurden auf Gedenktafeln verzeichnet. Kriegerdenkmäler erinnern bis heute an die Toten.


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